Schon vom Weiten sieht man links der Werra die Abbruchwand des Eingefallenen Berges. Sie ist Südthüringens größtes und zugleich schönstes Bergsturzgebiet, das von Themar aus auf dem Werra-Burgen-Steig, vorbei am Gasthof "Waldhof" und der "Dicken Eiche" in etwa 30 Minuten Wanderung (2,3 km) zu erreichen ist. Vom Höhenweg aus bieten sich dem Wanderer herrliche Blicke auf die Felswand, das Werra- und Schleusetal, das Kloster Veßra sowie auf die Höhenzüge des Thüringer Waldes. Am Fuße des Berges entstand eine mystisch wirkende Felssturz-Kulisse. (An der Abbruchkante sollte man wegen Absturzgefahr nur die offiziellen Wege benutzen)
Die steile Felswand aus Wellenkalk steht auf einem wasserundurchlässigen Rötsockel und ist von einem Spalten- und Kluftsystem durchzogen, das vor allem durch Wurzelsprengungen, Verwitterung, chemische Zersetzung und Frost-Tauwechsel entstanden ist. Dadurch gelangt das Regenwasser schnell durch den Felsen hindurch und trifft an seiner Basis auf die tonigen Schichten des Röt aus dem Oberen Bundsandstein. Diese Tonschichten wirken als Grundwasserstauer, so dass sich an der Grenzfläche das Grundwasser sammelt. Dabei werden die obersten Tonlagen durchfeuchtet und können bei genügend Druck von oben plastisch fließen. Wenn also eine senkrechte Kluft einen Felskomplex gelockert hat, drückt dieser mit seinem enormen Gewicht auf den plastischen Ton und rutscht talabwärts. Ausgelaugte Gipslager können als einstürzende Hohlräume den Abbruchmechanismus beschleunigen.
So kam es in der Vergangenheit zu Bergstürzen, die steile Abrisswände und eine Felstrümmerhalde am Wandfuß hinterlassen. Der letzte ereignete sich am 3. April 1595. Einer Sage nach wurde im Jahre 1137 das gottlose Dörfles verschüttet.
(Quelle: www.themar.de/... | www.geocaching.com/...)
Der eingefallene Berg und das Dörfles (Thüringer Sagenbuch, Erster Band, 1858, Ludwig Bechstein)
Oberhalb Themar in der Stadtnähe und am linken Ufer der Werra senkt sich schroff und steil eine nur wenig bewachsene Wand, oben Felsen und unten Kalkgerölle, bis fast zum klaren Spiegel des Flusses herab.
Dieser Berg besteht gleichsam in drei Abtheilungen, wovon auch jede ihren eigenen Namen hat. Da, wo die hohen Tannen das Dörfles bekränzen, heißt es der Iltenberg, im gemeinen Leben Oelteberg. Zunächst an Themar heißt es der gehegte Berg und der mittlere Theil ist der eingefallene Berg.
Vor langen Zeiten zertrennte sich das Felsengebirge weithin in gerader Richtung, stürzte hernieder, und begrub unter seine Trümmermassen ein unten am Berge gelegenes Dörfchen, das den Namen Dörfles führte, wonach nun heute noch diese Gegend benannt wird. Die Bewohner des Dörfles führten ein Gott sehr mißfälliges ruchloses Leben, daher über sie die Strafe verhängt wurde, daß der einstürzende Berg sie mit Mann und Maus begrub.
Eine dunkle Kluft, das Eisloch geheißen, zieht sich in den Fels hinein, und der Schlund senkt sich in eine grauenvolle Tiefe. Im Grunde soll Wasser sein, welches mir dem Meere in Verbindung stehe. Das Eisloch nennt man, wie ein ähnliches am großen Gleichberge bei Römhild: die kalte Hölle. Aus der Tiefe dieser schaurigen Kluft will man oft Seufzer und Geheul vernommen haben, und behauptete, das rühre her von den Seelen der verdammten Bewohner des Dörfles...
(Quelle: Wikisource)
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