Ein neuer Lebensraum entsteht - das Gletschervorfeld
Die Gletscher verschwinden und ziehen sich zurück. Aber zeitgleich entsteht dabei auch etwas Neues: so genannte Gletschervorfelder. Diese eisfrei gewordenen Moränenflächen wirken auf den ersten Blick wie unscheinbare Schutthalden. Der Eindruck trügt jedoch. Bereits nach 5 bis 10 Jahren werden die Flächen von Tieren und Pflanzen besiedelt und als Lebensraum genutzt. Jedes Jahr zieht sich der Gletscherrand des Rotmoosferners durchschnittlich um 20 Meter zurück und lässt das Gletschervorfeld stetig wachsen.
Entsprechend diesem jährlichen Rückzug finden sich im Vorfeld nun seit 1850 verschiedenste Altersstadien von Pflanzen- und Tiergemeinschaften. Die ersten Ankömmlinge sind die so genannten Pioniere. Unter den Pflanzen ist das beispielweise der Fetthennen-Steinbrech (GR 2), bei den Tieren vor allem räuberische Arten wie der Gletscherweberknecht (GR 3) oder verschiedene Laufkäfer. Talauswärts in den zunehmend älteren Standorten wird die Dichte der Lebewesen größer, Folgearten wie der Moränenklee oder der Gewöhnliche Wundklee (GR 4) besiedeln den Lebensraum.
Wenn Sie durch das Gletschervorfeld wandern, bedenken Sie, dass Sie durch einen Lebensraum gehen, der sich erst in den letzten 150 Jahren in dieser Form ausgebildet hat.
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Standort - Gletschervorfeld Rotmoostal mit Audio Guide
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