Seit Jahrhunderten verbindet der Siebengemeindewald sieben Orte miteinander – eine besondere Gemeinschaft von Besitz und Tradition.
Rund 1.000 Hektar Wald gehören hier einer Realgenossenschaft, die 951 Hausgrundstücke in den Orten Berga, Görsbach, Thürungen, Bösenrode, Rosperwenda, Uftrungen und Schwenda vereint. Jeder Hauseigentümer ist zugleich Waldgenosse und damit ideeller Miteigentümer des Siebengemeindewaldes. Dieses Eigentumsrecht ist untrennbar an das jeweilige Grundstück gebunden – ein Verkauf oder Austritt ist nicht möglich. Die Verwaltung übernehmen ein Waldvorstand sowie zwei gewählte Waldvögte. Mit dieser besonderen Besitzform und seiner ereignisreichen Geschichte ist der Siebengemeindewald einzigartig in Sachsen-Anhalt. Seinen Namen verdankt er den sieben Mitgliedsorten.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1341. Über Jahrhunderte wurde der Wald als Niederwald und Viehweide genutzt. In regelmäßigen Abständen schlug man den meist nur armdicken Aufwuchs, band das sogenannte „Wellholz“ zu Bündeln und verteilte es an die Waldgenossen. Jedes Haus erhielt ein „Schock“ – also 60 Bündel –, die zu festgelegter Zeit mit Pferde- oder Kuhgespannen heimgefahren wurden.
Mitten im Wald erhebt sich das Waldhaus, das 1734 als Jagdhaus für die Grafen zu Stolberg-Roßla erbaut wurde. In seiner Nähe erinnern Bäume mit Namensschildern an frühere Waldvögte. Unter der Hoffmanns-Linde laden Bänke zu einer Rast ein, und gleich dahinter beeindruckt die uralte Wodaneiche – ein prächtiges Naturdenkmal von mehreren Jahrhunderten Alter.

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