St. Veit, Stadtpfarrkirche hl. Veit
Die Stadtpfarrkirche im Zentrum von St. Veit ist dem hl. Veit und seit dem 18. Jh. auch der hl. Dreifaltigkeit geweiht. Sie ist eine im Kern romanische dreischiffige und 5-jochige Pfeilerbasilika mit Chorturm aus der Zeit um 1200 und besaß früher ostseitig drei Rundapsiden in gestaffelter Anordnung. Zunächst flach gedeckt, wurde sie durch Einwölbungen und den Chorzubau im 14. Jh. beträchtlich verändert, wobei bei der gotischen Umgestaltung auch die Apsiden zerstört wurden. Die heutige Außenansicht der Kirche geht im Wesentlichen auf die Renovierung anlässlich der Wiederherstellung nach dem Brand von 1829 zurück und weist im Mauerwerk zahlreiche Grabdenkmäler auf.
Der quadratische bzw. 8-eckige Chorturm trägt einen neugotischen Spitzhelm von 1884 – 1891. Die Kirche besitzt westseitig ein aus dem 13. Jh. stammendes, 1888 weitgehend erneuertes, reich ausgestattetes spätromanisches Trichterportal. Unberührt erhalten ist hier jedoch nur das Tympanon (um 1210) mit dem Relief Lamm Gottes und den Evangelisten-symbolen. An der Ostseite befindet sich heute statt der Rundapsiden ein 1-jochiger Chor in der Breite des Mittelschiffes mit 5/8 Schluss und spätgotischem Sternrippengewölbe (15. Jh.).
Die Proportionen und Raumverhältnisse im Inneren sind noch stark romanisch geprägt. Von der romanischen Kirche stammen die schweren rundbogigen Arkaden. Im 14. und 15. Jh. Ausstattung der Kirchendecke mit Kreuzrippen- und Sternrippengewölbe. Das Mittelschiff besitzt eine 3-teilige spätgotische Orgelempore mit Kreuzrippengewölbe von 1426. Später kam es zur barocken Erweiterung der Empore. 6 neugotische Fenster (1884) geben der Kirche das nötige Licht.
Das Gotteshaus besitzt auch einige interessante Fresken: So wurden Wandmalereien (von 1406), die sich hinter dem Altar des südlichen Seitenschiffes befanden 1959 freigelegt und in den Chor übertragen. Sie zeigen die u. a. die Marter des hl. Achatius und seiner Gefährten sowie Fragmente einer Thronenden Madonna mit hl. Wolfgang. 1987/1989 kam es zu einem weiteren Freskenfund im Gewölbe des Kirchenschiffes mit spätgotischen Darstellungen (um 1450): Evangelistensymbole und musizierende Engel, 4 lateinische Kirchenväter und zahlreiche Heiligenfiguren.
Auffallend der barocke Hochaltar von Johann Pacher (1752). Es handelt sich dabei um einen großen, reich geschnitzten Baldachinaltar mit Opfergangsportalen und einer monumentalen Figurengruppe der Muttergottes zwischen den hll. Klara und Dominikus. In der nördlichen Seitenkapelle befindet sich ein Kreuzaltar von Johann Pacher (1745) mit Vesperbild und hl. Rupert sowie seitlichen Heiligenfiguren und im südlichen Seitenschiff ein Florianialtar, ebenfalls von Johann Pacher (1747), mit Altarblatt hl. Florian und einer Stadtansicht von St. Veit sowie seitlichen Schnitzfiguren. Die Kanzel, urkundlich 1734, Johann Pacher zugeschrieben, stammt aus der Klosterkirche und hat am Korb in den Nischen Figuren der 4 Evangelisten. Kleine Pfeileraltäre aus dem 18. Jh. und einige barocke Statuetten ergänzen die qualitätsvolle Kirchenausstattung.
Südlich der Stadtpfarrkirche, inmitten des einstigen Friedhofes befindet sich der Karner, ein mächtiger romanischer Rundbau, welcher dem hl. Michael geweiht ist. Er besitzt ein spätgotisches Sterngewölbe und hatte einst einen gebauten Umgang in der Art von Maria Saal, welcher später abgetragen wurde. Seit 1930 dient er, mit einem neuen östlichen Eingang anstelle der Apsis, als Soldatengedenkstätte. Er wurde zu diesem Zweck von Suitbert Lobisser mit Fresken ausgestattet. Außen beim Portal ist ein karolingischer Flechtwerkstein eingemauert.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 838 ff.
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Stadtpfarrkirche St. Veit
9300 St. Veit a. d. Glan
+43 4212 2287 http://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/pfarre/C3191/ E-mail: stveit@kath-pfarre-kaernten.at
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