Stadtpfarrkirche hl. Bartholomäus
Die 3-schiffige romanische Pfeilerbasilika mit einem mächtigen zweitürmigen Westwerk stammt aus der Mitte des 12. Jhs. Sie besaß vermutlich einen karolingischen Vorgängerbau und wurde 1187 anlässlich der Erhebung in den Rang einer Kollegiatskirche erstmals urkundlich erwähnt. Das Kollegiatkapitel St. Barthlmä bestand neben dem Propst aus 12 Priestern, die ein strenges Gemeinschaftsleben nach den Kirchenregeln führten.
Bedingt durch mehrere Brände hat die Basilika zahlreiche Umgestaltungen erfahren. Nach dem letzten großen Stadtbrand 1895 wurde sie in der heutigen Form wiederhergestellt. Die Turmeindeckung, ursprünglich eine Zeltbedachung, erfolgte nach rheinländisch-romanischem Vorbild, das Langhaus erhielt ein ornamentiertes Schieferdach und im Mittelschiff wurden die barocken Emporenöffnungen romanisierend verändert. Um die Kirche befand sich ehemals der Stadtfriedhof, der 1845 der Straßenregulierung weichen musste.
Beim Westportal handelt es sich um ein 3-fach gestuftes Trichterportal mit einem großen barocken Rundbogenfenster darüber (urspr. gotisches Spitzbogenfenster). Die Westempore erhebt sich über 3-teiligen, rundbogigen Pfeilerarkaden, kreuzgratunterwölbt und hat eine Balustrade aus durchbrochenem Maßwerk (E. 15. Jh.). Das auffallend breite Langhaus ist 3-schiffig und 5-jochig. Es war ursprünglich flach gedeckt und erhielt im 15. Jh. ein Netzrippengewölbe, in den Seitenschiffen barockes Platzgewölbe. Das Obergeschoß der Seitenschiffe wurde im 17. Jh. hinzugefügt. Das große Rundbogenfenster im Bereich der Orgelempore wurde 1995 durch Rudolfine Rossmann neu verglast. Die Schlusssteine im Langhaus sind mit figürlichen Darstellungen geschmückt.
Den Übergang zum Chor bildet ein spitzbogiger, stark profilierter herabgezogener Triumphbogen. Der Chor wurde im 14. Jh. um ein Joch mit 5/8 Schluss erweitert, wobei sich über dem westlichen Chorjoch ein Dachreiter mit Spitzhelm befindet.
Der Chor ist mit einem Kreuzrippengewölbe über Runddiensten ausgestattet, die im unteren Teil der Wand auf mit Engeln, Köpfen und Blattwerk geschmückten Konsolen ruhen. An der Chornordseite befindet sich das spitzbogige, profilierte Sakristeiportal mit einer eisenbeschlagenen Tür.
Die Chorschlussfenster besitzen bedeutende gotische Glasmalereien. Am nördlichen Chorschlussfenster befinden sich 10 Scheiben mit Darstellungen des biblischen Gleichnisses der klugen und törichten Jungfrauen (um 1270/1280), welche 1838 aus dem Chor der Dominikanerkirche hierher übertragen wurden. Am südlichen Chorschlussfenster sieht man 14 Scheiben mit Darstellungen aus dem Leben Christi (um 1325/1330), 1838 aus verschiedenen Fenstern des Chores wieder verwendet. Die nördlichen Seitenschifffenster haben drei kleine Glasgemälde von 1661.
Der Hochaltar (1679) besitzt einen zweigeschossigen Säulenaufbau mit einer Darstellung Mariä Himmelfahrt im Mittelbild und im Oberbild das Martyrium des Kirchenpatrons Bartholomäus mit den Seitenfiguren der hll. Ulrich links, Rupert rechts sowie spätbarocken Engelfiguren.
Der Marienaltar (aus der profanierten Filialkirche St. Johann bei St. Salvator) im nördlichen Seitenschiff entstand um 1700 und hat im Mittelfeld eine Statue Maria Himmelskönigin. Der Herz-Jesu-Altar im südlichen Seitenschiff stammt aus dem 19. Jh. Im Mittelschiff befinden sich weiters zwei Pfeileraltäre, ein Marien- (um 1900) und ein Josephsaltar (um 1710). Die Kanzel (um 1790) mit Sitzfiguren der Evangelisten und Symbolen der vier Erdteile wird Johann Reiter zugeschrieben.
Links vor dem Triumphbogen steht ein bemerkenswerter romanischer Taufstein aus dem 12. Jh. mit einer kleinfigurigen Taufgruppe aus dem 18 Jh. Im Chor und Langhaus sind 12 lebensgroße, geschnitzte Apostelstatuen (1. H. 18. Jh.) aus der ehemaligen „Spitalskirche zu den 12 Aposteln“ sowie die hll. Maria und Johannes von einer Kreuzigungsgruppe (spätbarock) aufgestellt.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 162 ff.
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