Pfälzerwald-Verein e.V.
Das Schloss Bergzabern ist das Wahrzeichen der Stadt Bad Bergzabern und befindet sich in der dortigen Innenstadt.
An der Stelle des heutigen Schlosses stand einst eine Wasserburg. Diese wird zum ersten Mal im Jahre 1333 urkundlich erwähnt, als sie an Walram II. von Zweibrücken überschrieben wurde. 1385 fiel sie an Kurpfalz und schließlich 1410, durch Erbfolge, an Pfalz-Zweibrücken. Im Bauernkrieg von 1525 wurde die Burg eingenommen und zerstört. Heute ist weder von der Burg noch von dem Wassergraben, der später Teile des Schlosses umgeben hat, etwas zu sehen. Nach dem Bauernkrieg erfolgte der Wiederaufbau. Der Südflügel, flankiert von zwei Türmen, wurde in den Jahren 1525-1532 errichtet und erhielt den Beinamen Ludwigsbau, benannt nach Ludwig II. (*14.09.1502 - +03.12.1532), Graf von Pfalz-Zweibrücken. Der West-, Nord- und Ostflügel wurde zwischen den Jahren 1561-1579 gebaut und trug den Beinamen Wolfgangsbau, benannt nach Wolfgang (*26.09.1526 - +11.06.1569), Graf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken (Sohn Ludwig II.). Die Bauvollendung konnte der Herzog allerdings nicht mehr miterleben. Er starb 1569. Die Fertigstellung des Schlosses und des Riesenportals wurde von seinem Sohn, Johann I. (*08.05.1550 - +12.08.1604) Graf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken, vollendet. Über dem Torbogen des Riesenportals wurden die Wappen von Wolfgang I., Graf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken und seiner Frau, Anna von Hessen, eingemeißelt. Der einstige Wassergraben befand sich auch vor diesem Portal, das man über eine feste Brücke erreichen konnte. In Folge des holländischen Krieges, im Jahre 1676, brandschatzten französische Truppen, unter dem Befehl Marschalls Turenne, Teile der Pfalz, wobei auch das Bergzaberner Schloss den Flammen zum Opfer fiel. Ein erneuter Wiederauf- und Umbau erfolgte zwischen 1720-1725 durch den schwedisch-zweibrückischen Oberbaudirektor Jonas Ericson Sundal im Auftrag von Gustav Samuel (*12.04.1670 - +17.09.1731), Herzog von Pfalz-Zweibrücken. Damals entstand das Schloss im wesentlichen in der Art wie es heute noch zu sehen ist: vier Flügeln, einen Innenhof mit zwei Treppentürmen, dem Riesenportal (damals einziger Zugang zum Schloss), zwei Rundtürme und einem etwas niedrigeren Anbau am Nordflügel – drei kleine Flügel und zwei kleine Rundtürme. Im Innhof befinden sich zwei Steintafeln. Die größere enthält „Verse über die Vergänglichkeit der Zeit und des menschlichen Lebens...“ [Pfälzisches Burgenlexikon I, Keddigkeit/Thon/Scherer/Übel]. Die kleinere erinnert an den Wiederaufbau des Schlosses im Jahre 1725. Der Treppenturm am Südflügel ist mit einer Wendeltreppe ausgestattet, die mit vielen Steinmetzzeichen geschmückt worden ist. Das Schloss wurde verteidigungsfähig gebaut. Das heißt, es gab kleinere Geschütze, welche im Angriffsfall aus Brillenscharten und Schlüsselscharten, welche knapp über Bodenhöhe angelegt waren, feuern konnten. 1792 lösten sich die Bergzaberner Bürger von ihrem Landesherren Karl August (*29.11.1746 - +01.04.1995), Herzog von Pfalz-Zweibrücken. Sie prangerten die Missstände in ihrem Oberamt Bergzabern an. Dabei ging es um zu hohe Besteuerung und um die Nutzungsrechte der Geraidewaldungen (siehe auch Rittersteine – Am Tisch, Nr.44). Sie stellten bei der Nationalversammlung in Paris eine Antrag, Franzosen werden zu dürfen. Während einer Revolutionsfeier wurde das herzogliche Wappen am Riesenportal von den aufgebrachten Bürgern zerstört. Aber es gab noch mehr Dörfer die mit ihrer Herrschaft unzufrieden waren. Insgesamt wurden 31 Ortschaften bis 1793 in die „Bergzaberner Republik“ aufgenommen. Diese Republik ging in das Department Bas-Rhin über und blieb Französisch bis ins Jahr 1815. Das Schloss wurde als Nationalgut eingezogen und 1803 von Herrn Bodmer aus Straßburg ersteigert. Ab dem Jahre 1816 kam die Pfalz an Bayern. Der heutige Zugang über die Doppeltreppe entstand 1856. Im 19. Jahrhundert kaufte die Stadt Bergzabern nach und nach das Schloss zurück. 1909 brannte das Schloss erneut. Nach dem Wiederaufbau befand sich in ihren Räumen zuerst eine Schule, dann, ab 1984 bis heute, die Verbandsgemeinde-verwaltung von Bad Bergzabern und im Anbau das Altenheim. Das Schloss ist heute das Wahrzeichen von Bad Bergzabern. Zu sehen sind die vier Flügel, die Rundtürme und das Riesenportals des Schlosses. An den Geschäftszeiten der Verbandsgemeindeverwaltung ist der Innenhof zu besichtigen.
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An den Geschäftszeiten der Verbandsgemeindeverwaltung ist der Innenhof zu besichtigen.
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