Wanderung
· Provinz Como
Von Brunate nach Torno - Findlinge und Felsengräber
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Schwierigkeit
mittel
Das auf einer waldigen Anhöhe hoch über Como gelegene Brunate galt Anfang des 20. Jhs. als "Balkon der Alpen". Die Oberschicht aus Como und Mailand entdeckte den Ort als Feriendomizil und errichtete dort ihre Villen. Bereits damals waren die Besucher vom Blick auf den Comer See, die Poebene und die vergletscherten Viertausender am Horizont begeistert.1894 wurde die Zahnradbahn eingeweiht – mit einer Steigung von bis zu 55 % zur damaligen Zeit eine technische Meisterleistung.Die Wanderung führt über die waldigen Ausläufer des Monte Boletto zu kleinen Bergdörfern, die heute jedoch nur noch am Wochenende bewohnt sind, und zu einer geologischen Besonderheit. Das von beiden Seearmen eingefasste Dreieck, die Region Triangolo Lariano, ist besonders reich an Findlingen. Diese großen Felsblöcke bestehen aus Granit, Gneis oder Serpentin, Gestein, das in der Gegend nicht vorkommt. Gletscher transportierten sie während der Eiszeit aus den Zentralalpen, z. B. aus dem Val Masino auf der Südseite der Bergeller Berge, bis in den Süden des Comer Sees.> Die Talstation der Zahnradbahn (tägl. 6-22.30 Uhr, Sa und im Sommer 6-24 Uhr, Tel. +39/0248036789, www.funicolarecomo.it) befindet sich an der östlichen Seepromenade in Como. Parken in Como ist schwierig und kostspielig, evtl. Park & Ride-Parkplatz (erschwingliche Gebühr) bei der Schiffsanlegestelle von Tavernola auf der Westseite des Sees und mit den regelmäßig verkehrenden Schiffen oder mit Bus nach Como. Busbahnhof und Schiffsanlegestelle sind in der Nähe der Talstation.In Brunate 01 verlässt man die Bergstation der Zahnradbahn am unteren Ausgang, geht zur Via Roma hinunter und biegt rechts ein. Das erste Wegstück folgt der "Strada Regia", einem Wanderweg, der entlang einer alten Handelsroute von Brunate nach Bellagio führt. An den nächsten beiden Straßenverzweigungen hält man sich links und wandert an schönen Gärten und Villen vorbei zum Sportplatz. An dessen nördlichem Ende beginnt ein Fußweg, der an den bewaldeten Hängen über dem See entlangführt. Einige abschüssige Stellen sind mit Drahtseilgeländer gesichert. Nach einer guten halben Stunde verlässt man bei einer Weggabelung die "Strada Regia" und folgt geradeaus dem Wegweiser "Montepiatto". Der Wanderweg quert auf einer Höhe die waldigen Bergflanken des Monte Boletto, die steil zum See abfallen und am Ufer nur wenig Platz für die Siedlungen lassen. Man geht zwei Bachgräben aus, lässt eine Abzweigung nach Sopravilla links liegen und kommt zu den Monti di Sorto 02.Dort leitet rechts ein Abstecher in 20 Minuten ziemlich steil zum Pietra Noriola, einem großen Findling, hinauf.Für den Weiterweg geht man bei den Monti di Sorto an einer Linksabzweigung vorbei und zur kleinen Ansiedlung Cazzanore, wo sich der Weg erneut teilt. Rechts führt der Steig etwas bergauf und zu einem alten Pflasterweg, der von Torno heraufkommt. Erneut rechts ist nach wenigen Minuten die kleine, in waldige Hügel eingebettete Ortschaft Montepiatto 03 erreicht. Die Schilder "Pietra Pendula" weisen den Weg durch den Ort und nach Norden zur Kirche S. Elisabetta hinauf. Dort genießt man einen schönen Blick auf den fjordartigen Seearm von Como. Nördlich der Kirche führt ein Pfad in wenigen Minuten zum Pietra Pendula 04. Ein großer Granitblock thront auf einem anderen Felsen und bildet so eine steinerne Skulptur, die an einen Pilz erinnert.Zurück in Montepiatto 03 hält man sich links und folgt dem Wegweiser "Piazzaga" aus dem Dorf. Dabei kommt man an der Trattoria Crotto vorbei, die Spezialitäten aus der Region auftischt (Öffnungszeiten unter www.crottomontepiatto.it). Bei einer Verzweigung geht man rechts auf einem breiten gepflasterten Weg zwei waldige Bachtäler aus und steigt anschließend links nach Piazzaga 05 hinab. Dort wandert man links bergab durch das kleine Dorf und folgt einem alten Treppenweg in das Valle di Stravalle hinab, wo der Bach eine enge Felsschlucht geschaffen hat. Noch bevor eine Brücke 06 den Bach überquert, zweigt rechts bei einer Kapelle ein Pfad zu den Felsgräbern ab (Schild "Massi Avelli"). Kurz darauf hält man sich wiederum rechts, passiert die verfallenen Steinhäuser von Negrenza und hat den ersten Felsblock mit einer wannenartigen Vertiefung vor sich.Etwas auf und ab durch den Wald gelangt man, vorbei an einem weiteren bearbeiteten Findling, zum eindrucksvollsten der Steingräber, dem Avello delle Piazze 07. Eine Holzleiter führt auf den rund 3 m hohen Felsen hinauf. Es ist die einzige Grabstätte mit einer steinernen Kopfstütze, sodass das Haupt des Verstorbenen nach Osten ausgerichtet war.Anschließend kehrt man zur Brücke zurück, überquert sie und folgt einem breiten Pflasterweg entlang von Terrassenfeldern und mit schönem Blick auf den Comer See nach Torno 08 hinunter. Auf Treppenwegen geht es durch den Ort abwärts, bis man wieder auf die "Strada Regia" trifft (Schild). Dort hält man sich links, biegt kurz darauf in die Via al Pozzo ein und steigt durch den alten Dorfkern weiter bergab. Bei einem Wegweiser der "Strada Regia" in Richtung Blevio und Molina zweigt man rechts ab und kommt über die Via Tridi zur Piazza Caronti mit Parkplatz, Bar und Bushaltestelle. Am schönsten ist es, mit einem der regelmäßig verkehrenden Schiffe nach Como zurückzufahren. Die Via Plinio führt von der Hauptstraße hinunter zum kleinen Hafen.