Wanderung
· Provinz Como
Monte Generoso (Italienische Seite) - Ein Berg für jedermann
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Schwierigkeit
mittel
Der Monte Generoso ist ein halber Schweizer: Die Grenze zum Tessin verläuft genau über seinen Gipfel. Vom Luganer See ist er besonders bequem zu erreichen, eine Zahnradbahn fährt bis kurz unter den Gipfel. Auf italienischer Seite beginnt der Anstieg aus dem Val d’Intelvi, einem dicht besiedelten Tal zwischen Comer und Luganer See, das jahrhundertelang vor allem für seine Baumeister, Bildhauer und Stuckateure bekannt war. Sie schufen in ganz Europa sehenswerte Kunstschätze.Der Gipfel hat für jeden etwas zu bieten: Ausflügler flanieren über die Wanderwege rund um den Gipfel. Für Klettersteiggeher sind der Nordgrat und die Ferrata Angelino das richtige Terrain. Gleitschirmflieger schweben von seinen Wiesenhängen in die Lüfte. Botaniker begeistert die Pflanzenvielfalt. Eine Besonderheit ist die Bärenhöhle am Ostabhang des Monte Generoso. Dort entdeckten Speläologen Knochen von mehr als 500 Höhlenbären, die bis vor rund 20.000 Jahren dort lebten. Aus weiteren Funden lässt sich schließen, dass die Höhle auch von Neandertaler-Jägern besucht wurde (Führung mit 3D-Brille, Buchung über eine App, Infos unter www.mendrisiottoturismo.ch). Das Panorama am Monte Generoso wird mit Sicherheit jeden begeistern. Es gilt als eines der besten im ganzen Tessin und reicht an klaren Tagen vom Apennin bis zu den Zentralalpen, vom Monviso ganz im Südwesten bis zur Bernina im Norden. Sogar der Dom von Mailand soll zu erkennen sein.> Von Argegno fährt man ins Val d’Intelvi und folgt in San Fedele d’Intelvi weiter der Provinzstraße zum nördlichen Ortsende. Man passiert zunächst die Abzweigung nach Casasco und zweigt dann nach100 m links auf das Richtung Orimento ausgeschilderte Sträßchen ab. Über den Weiler Cavagnolo führt es zum Parkplatz der Alpe Grande hinauf und dort rechts zur Baita di Orimento, ebenfalls mit kleinem Parkplatz, der am Wochenende oft voll ist (6,6 km ab San Fedele). Alternativ kann man bereits 1 km vorher nach der letzten Kehre parken und 100 m weiter, nach einem Haus, dem Wegweiser "M. Generoso" auf einen Fahrweg folgen. Er trifft nach 15 Minuten auf den Anstieg von der Baita di Orimento.Von der Baita di Orimento 01 (Restaurant) folgt man einem zum Monte Generoso ausgeschilderten Almweg und wandert flach nach Westen ins Tal des Breggia-Bachs. Noch bevor man den Bach überquert, zweigt rechts der "Sentiero Alto" ab und mündet nach kurzem Anstieg in den Weg, der von den Häusern unterhalb der Bocca d’Orimento heraufführt (alternative Parkmöglichkeit). In einem Linksbogen geht man an einem Weiher vorbei und kommt zum kleinen Sattel Barco dei Montoni 02. Dort dreht die Anstiegsroute nach links und leitet ziemlich steil und steinig über einen bewaldeten Rücken zum freien Kamm hinauf, der vom Gipfelaufbau des Monte Generoso nach Norden herunterzieht. Man folgt ihm nach rechts zum Sattel unterhalb des kleinen Vorgipfels Cima della Piancaccia 03, wo man auf den Luganer See hinunterblickt. Anschließend quert man die steile Ostflanke des Baraghetto, des wenig niedrigeren Nordgipfels. Der Weg über die abschüssigen Hänge ist breit, an exponierten Stellen gibt ein Drahtseil Halt. Am Sattel unter dem Hauptgipfel führt rechts ein Steig auf den Baraghetto (1694 m, 10 Min.), wo auch die Via Ferrata Angelino einmündet. Er hat eine ähnlich schöne Aussicht wie sein bekannter Nachbar, wird aber seltener besucht. Geradeaus gelangt man zum Ostrücken des Monte Generoso 04 und steigt rechts zur Aussichtsplattform am höchsten Punkt hinauf.Auf der Südseite, 100 Höhenmeter unterhalb des Gipfels, befindet sich das neu errichtete, moderne Gipfelhaus "Fiore di Pietra" (Steinblume) mit zwei Restaurants und der Bergstation der Zahnradbahn. Dort beginnt auch ein Planetenweg, auf dem man das Sonnensystem in verkleinertem Maßstab erwandern kann. Für den Abstieg kehrt man zum Ostrücken zurück und folgt ihm bergab, bis nach wenigen Minuten ein Wegweiser "Baita di Orimento" nach links zeigt. Die "Via Bassa" quert nun eine Etage tiefer die steilen Hänge des Monte Generoso über dem waldigen Breggia-Tal.Bei einer Verzweigung geht man rechts zur Bärenhöhle 05 ("Grotta dell’Orso", Besichtigung nur mit Führung) und etwas ansteigend zu einem breiten Wiesenrücken. Dort hält man sich links und steigt in ein Bachtal hinab. Auf der anderen Bachseite kommt man an den verfallenen Gebäuden der Alpe Pescio 06 vorbei und folgt einem bequemen Almweg in wechselndem Gefälle bergab. In einem weiten Rechtsbogen geht man das Tal des Breggia-Bachs aus und trifft wieder auf den Anstiegsweg. Zurück bei der Baita di Orimento 01 lohnt sich eine Einkehr. Das Wirtshaus ist in einem rund 200 Jahre alten Gebäude untergebracht und serviert die Spezialitäten der Region.