Wild geht es zu im westlichen Teil der Pfunderer Berge, hier steht die Wilde Kreuzspitze, mit 3132 Metern der höchste Gipfel in den Pfunderern, und ihr zu Füßen liegt der Wilde See, in dessen Wasser sich der stolze Berg spiegelt. Noch eine Stufe tiefer hat sich das tosende Wildwasser des Valser Bachs eine tiefe Schlucht gegraben, durch sie führt unser Weg zum Wilden See und der zur Brixner Hütte. Ausgangspunkt dieser Tour ist die liebliche Fane-Alm, ein Almdorf aus sonnverbrannten Holzhütten und einer kleinen Kirche, einem Freilichtmuseum ähnlicher als einer modernen Alm. Nicht umsonst wird die Fane-Alm als schönste Alm Südtirols bezeichnet. Zahlreiche Kühe weiden in den umgebenden Wiesen, aus deren Milch würziger Käse und goldgelbe Almbutter hergestellt wird, und gleich drei (!) Almschenken buhlen um die Gunst der Gäste. Zu den vielen Highlights dieser Tour zählen auch die pelzigen Ureinwohner: Die Wiesenhänge zwischen der Labesebenalm und dem Wilden See sind fest in den Pfoten der Murmeltiere, zahlreiche Familien haben hier ihre Baue gebuddelt. An einem kühlen Tag haben wir gute Chancen, den munteren Gesellen zuzusehen, und wenn die putzigen Tiere über die Wiesen tollen und sich der Nachwuchs im spielerischen Kräftemessen übt, kann der Aufstieg zum Wilden See sehr, sehr lange dauern! Bei sommerlicher Hitze allerdings ziehen sie sich in die Kühle der Erde zurück.
Wir gehen vom Parkplatz an der Fane-Alm auf der Straße weiter zur wenige Minuten entfernten Fane-Alm, die in einem traumhaft schönen Hochtal liegt, durchqueren das Almdorf und wandern auf breitem Weg durch die Schlucht des Valser Bachs bis zu einer Gabelung, 1972 m. Dort lassen wir den Weg zur Brixner Hütte rechts liegen und biegen links in den breiten Almweg ein, auf dem wir zur Labesebenalm, 2136 m, gelangen. Von der Alm folgt unser Anstieg einem Steig, der in angenehmer Steigung über die Almwiesen bergauf führt. Auf gut gelegten Steinen überqueren wir den breiten Abfluss des Wilden Sees, wenig später erreichen wir Langeben, 2430 m, eine weitläufige Hochfläche. Von hier führt der Weg in ansteigender Querung zu einer Kante hoch über dem Seebach, dann in ausgesetzter Querung zu einer Wegteilung: Rechts zweigt der markierte Steig zum Rauhtaljoch ab, der um eine Felskante herum direkt zum Wilden See, 2532 m, führt. Den schöneren Aussichtspunkt erreichen wir jedoch, wenn wir den
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