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Weg der Schweiz

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  • Bei Tannen Auf der Höhe von Tannen ergibt sich eine besonders schöne Perspektive auf den Urnersee mit Nider- und Oberbauen(, Uri Rotstock und Gitschen). © Mark Zahel
    Bei Tannen Auf der Höhe von Tannen ergibt sich eine besonders schöne Perspektive auf den Urnersee mit Nider- und Oberbauen(, Uri Rotstock und Gitschen). © Mark Zahel
    Foto: Mark Zahel, Rother Bergverlag
geschlossen
leicht
Strecke 33,6 km
11:00 h
1.547 hm
1.547 hm
874 hm
433 hm
In zwei Tagen rund um den Urnersee

Im Jahr 1991 feierte die Schweiz ihr 700-jähriges Bestehen. Die Gründung der »Eidgenossenschaft« geht zurück auf das Bündnis der drei Waldstätte Uri, Schwyz und Unterwalden, welches der Legende nach mit dem geheimnisvollen Rütlischwur vollzogen wurde. Im Laufe der Zeit erweiterte sich die Zahl der Mitglieder – ab 1475 Kantone genannt – auf insgesamt 26. Anlässlich des erwähnten Jubiläums wurde rund um den Urnersee, der bekanntlich den lang gestreckten Südzipfel des Vierwaldstättersees bildet, eine einheitlich markierte Wanderroute aus der Taufe gehoben: der »Weg der Schweiz«. Seine durchgängige Nummer ist die 99 auf grünem Grund. Die vorbildliche Beschilderung verschafft uns Wanderern klare Orientierung, wenn wir auf der rund 34 Kilometer messenden, oft verwinkelten Strecke unterwegs sind.
Als idealer Startpunkt empfiehlt sich Brunnen bzw. eigentlich jene geschichtsträchtige Rütliwiese, die von dort per Schiff angesteuert wird: ein stilvoller Auftakt! Hinauf nach Seelisberg packen wir gleich die erste von zwei größeren Steigungen im Verlauf um den Urnersee an. Man erreicht allerdings überhaupt nur eine maximale Höhe von knapp 900 Metern, was für Schweizer Verhältnisse bescheiden anmutet. Es handelt sich also mitnichten um eine alpine Tour, obschon eine derartige Kulisse natürlich ständiger Begleiter ist. Nach einem balkonartigen Abschnitt gelangen wir bei Bauen wieder zurück ans Seeufer und bleiben um das Südeck mit dem Reussdelta herum bis Flüelen in dessen Nähe. Dass man dabei nicht immer auf reizvollen Naturwegen wandern kann, gehört zu den Unabdingbarkeiten. Die sich sukzessive verändernden Perspektiven auf den großen See und seine Bergumrahmung können freilich richtig begeistern. Besonders schöne Impressionen ergeben sich auf der Ostseite, etwa von der alten Axenstrasse, am lauschigen Uferweg zwischen Tellsplatte und Sisikon oder nach der zweiten wesentlichen Steigungsstrecke aus der Umgebung von Morschach. Von dort schließt sich der Kreis Richtung Brunnen.
Hinsichtlich seines wandertechnischen Anspruchs ist der »Weg der Schweiz« eine denkbar einfache Angelegenheit und somit grundsätzlich für jedermann verwirklichbar. Allerdings braucht es bei einer Gesamtgehzeit von 11 Stunden schon eine Portion Durchhaltevermögen sowie eine passende Etappenplanung. Für normal marschtüchtige Anwärter möchte ich eine ausgewogene Zweiteilung mit Quartierbezug in Flüelen anregen. Die landschaftliche Attraktivität ist sicher unbestreitbar – man absolviert auf dem Weg der Schweiz aber gewissermaßen auch einen Gang durch die Geschichte der Eidgenossenschaft. So ist jedem Kanton chronologisch nach Beitritt und längenmäßig nach Einwohnerzahl ein Abschnitt der Route zugeordnet worden.

Von Brunnen aus setzen wir zunächst per Schiff zum nebulös umwobenen Rütli, 435 m, über. Beim knapp oberhalb des Anlegers gelegenen Rütlihaus, 482 m, beginnen die markierten Wanderwege. Wir halten uns an die Nr. 99 (»Weg der Schweiz«) und holen ein Stück weit aus. Mit etlichen Spitzkehren schraubt sich die komfortable Trasse am Waldhang Richtung Seelisberg empor. Man erreicht dort zuerst den »Bahnhof«, 766 m, sprich die Bergstation der Standseilbahn von Treib, und später die Kapelle sowie das Oberdorf, 837 m. Hier schlagen wir den Spazierweg zum Aussichtspunkt Marienhöhe, 847 m, ein. Weiter geht es durch das Wäldchen zur Privatseilbahn der Alp Weid und vom Sträßchen alsbald wieder abrückend über eine kleine Anhöhe in unmittelbare Nähe von Schloss Beroldingen, ca. 860 m. Mit fast ständiger Aussicht auf den Urnersee senkt sich unsere Route in den Streuhoflagen bei Wissig. Das Anrainersträßchen wird abgelöst von einem steileren Wanderweg, der mit vielen Stufen ausgebaut nach Bauen ,

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Profilbild von Mark Zahel Autor Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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