Je nach Perspektive zeigt sich der Tschirgant als breit gelagerter Bergstock oder als markantes Horn. Weniger die absolute Höhe stempelt ihn zu einem auffälligen Paradeberg im Tiroler Oberland, als vielmehr seine eigenständige Position. Sämtliche Nachbarn gehen auf Distanz. In dieser Hinsicht lassen sich durchaus Vergleiche zum Venet ziehen. Doch eine Tschirgant-Tour erscheint mir noch eine Nummer zünftiger, nicht nur, weil man den Aufstieg komplett aus eigener Kraft bewältigen muss. Die Gegebenheiten verlangen auch ein wenig mehr bergsteigerisches Geschick, ohne allerdings wirkliche Schwierigkeiten aufzuwerfen. Loben muss man natürlich die Fern- und Tiefblicke, die zu den vielfältigsten weit und breit zählen, aber auch den spannenden Rundkurs selbst mit den Idyllen zweier bewirtschafteter Almen.
Vom Parkplatz folgen wir dem Hinweis zur Karröster Alm und werden entlang der Forststraße gleich mit einem Geo-Lehrweg bedient. Parallel können wir bald einen Steig (Nr. 22) nutzen. Es geht an einer Aussichtsplattform mit Blick auf Imst vorbei und immer schräg durch die Waldflanke bergauf. Auf einer Lichtung empfängt uns die Karröster Alm, 1467 m, wo der Schmittensteig rechts abzieht. Wir wählen hingegen Tschirgant- bzw. Bergsteig (Nr. 24/25) und wandern über die Wiesen gegen Osten hinauf, bald wieder in Gehölz eintretend. Bei einem Rastplatz auf knapp 1900 m gabelt sich die Route erneut. Während der Bergsteig die bisherige Richtung vorerst beibehält, orientieren wir uns mit dem Tschirgantsteig markant nach rechts hoch. In Latschenflanken quert man zwischendurch ein gutes Stück fast horizontal, ehe die Route kräftig anzieht und sich knapp unterhalb der Bergwachthütte, ca. 2160 m, wieder mit dem Schmittensteig verbindet. Nun befinden wir uns im Bereich des Westrückens, der sich mit
Bereits freigeschaltet? Anmelden
Premium Inhalt Premium-Touren werden von professionellen Autoren oder Fachverlagen herausgegeben.
Rother ist jetzt Partner von Outdooractive für Premium-Touren!
Ab sofort hast du mit Outdooractive Pro+ vollen Zugriff auf tausende sorgfältig recherchierte und professionell beschriebene Touren aus den Rother Wanderführern.
Der Rother Bergverlag ist einer der renommiertesten Spezialverlage für Wanderliteratur im deutschsprachigen Raum. Seit über hundert Jahren bietet der Verlag eine große Auswahl an Wander-, Trekking- und Skitourenführern, die für ihre Zuverlässigkeit und detaillierten Informationen bekannt sind. Das Angebot umfasst klassische Rother Wanderführer mit sorgfältig recherchierten Routenbeschreibungen, Höhenprofilen, Karten, GPS-Tracks und zahlreichen Tipps zu Natur, Kultur und Einkehrmöglichkeiten. Abgedeckt werden verschiedenste Regionen Europas und der Welt – vom einfachen Familienausflug bis zur anspruchsvollen Hochtour.
Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

Nutzerfragen