Spronser Seenplatte, 2808 m
Die Spronser Seenplatte ist die größte alpine Gewässerplatte Südtirols. Sie liegt inmitten der wildromantischen Texelgruppe, einer Untergruppe der Ötztaler Alpen, am Ende des Spronser Tals. Stufenförmig angeordnet ruhen im Herzen der Gruppe, zwischen 2117 m und 2589 m, zehn hochalpine Bergseen, blau oder grün schimmernde Kleinodien: Großer und Kleiner Milchsee, Langsee, Mückensee, Grünsee, Kaser Lacke, Pfitscher Lacke, Kesselsee, Schiefer See und Schwarzsee. Wegen dieser einzigartigen Landschaft wurde die Texelgruppe 1976 zum Naturpark erklärt. Entstanden sind die Gewässer durch Erosion und das Schmelzwasser der Gletscher, und so liegen die Spronser Seen eingebettet zwischen hohen Bergen und Jochen. Nur über das Spronser Tal, durch das der Spronser Bach fließt, gibt es eine direkte Verbindung zum Tal. Viele Wege, leichte und anspruchsvolle, führen zu den Seen, aber keine Route verbindet alle Seen. Am kürzesten ist der Weg von der Seilbahn Hochmuth über das Gasthaus Mutkopf und den Jägersteig zur Pfitscher und Kaser Lacke und zum Oberkaser. Sehr beliebt, aber lang und anspruchsvoll, ist die Rundwanderung von der Leiteralm über das Hochgangschartl zum Langsee und über Grünsee, Kaser und Pfitscher Lacke und die Taufenscharte wieder zurück zur Leiteralm. Die hier vorgeschlagene dreitägige Durchquerung der Texelgruppe berührt die meisten Seen und bietet uns unvergleichliche Einblicke in diese faszinierende Gebirgsgruppe.
Erster Tag: Von der Talstation der Texelbahn fahren wir mit der Seilbahn zur Bergstation, 1565 m, beim Gasthaus Giggelberg und gehen auf dem Meraner Höhenweg nach Norden zur Nassereith-Hütte, 1560 m. Hier verlassen wir den Meraner Höhenweg und wandern auf einem alten Wirtschaftsweg ins Zieltal hinein. Tief hat sich der Zielbach zwischen die Felswände eingegraben und eine Schlucht geschaffen, durch die er sich schäumend bergab wälzt. Wunderschön verläuft der Weg hoch über dem rauschenden Wasser, teilweise mit Geländer gesichert, was uns sichere Tiefblicke zum tosenden Wasser ermöglicht. Von links rauscht ein gewaltiger Wasserfall herab, den wir auf stabiler Brücke überqueren. Über sanfte Almwiesen wandern wir bis zur Ginglalm, 1944 m, dann steigt der Weg wieder stetig an bis zu einer felsigen Engstelle, nach der wir zur Zielalm (oder Kuhalm), 2196 m, wieder etwas hinuntermüssen. Nun ist es nicht mehr weit zu unserem Tagesziel, das von einer grünen Kuppe zwischen Ziel- und Lafaisbach zu
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