Spielmann, 3027 m
Der Spielmann genießt unter Wanderern einen guten Ruf: leicht erreichbar, nicht allzu schwierig und mit einer fantastischen Aussicht auf den Großglockner ausgestattet. Und so wird er in den Sommerwochen gern besucht – zum Glück hält sich der Strom der Wanderer jedoch trotzdem in überschaubaren Grenzen. Es ist eine karge Landschaft, durch die unser Weg führt, am Rande des Südlichen Pfandlschartenkeeses, eines abschmelzenden Gletschers, vorbei, der über viele kleine Flussarme in einen namenlosen See entwässert. Über Moränenschotter und feinen Sandabrieb gelangen wir in die Untere Pfandlscharte, wo wir an klaren Tagen bis zum Hochkönig schauen können. Kaum zu glauben, dass wir uns hier auf historischem Boden befinden, aber bereits die Römer kannten die Scharte als Übergang.
Vom Glocknerhaus überqueren wir die Glocknerstraße und folgen dem Wegweiser in steile, blumenreiche Wiesenhänge. Mit einigen Kehren überwinden wir die erste Stufe, dann führt der Weg, in der Steilheit nachlassend, in nördlicher Richtung auf die weiten Wiesenböden der Trögeralm. Beim Rückblick auf den von der Morgensonne angestrahlten Großglockner können wir sogar den Seilschaften am Glocknerleitl zusehen. Von einer Kuppe, 2620 m, sehen wir unter uns den namenlosen See und steigen über Moränenschotter und Sand etwa 100 Höhenmeter Richtung See ab. Wir überqueren den Abfluss des Südlichen Pfandlschartenkeeses, 2550 m, umgehen dabei den See ostseitig und steigen über Gletscherschliffe, auf denen kleine Polsterpflanzen wachsen, wieder auf zur kreuzgeschmückten Unteren Pfandlscharte, 2663 m. Bereits kurz vor der Scharte können wir den Weg nach rechts verlassen und auf Steigspuren steil zum Westgrat des Spielmanns aufsteigen. Unser Steig bleibt nun am Grat, umgeht mehrere Grattürme nordseitig
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Autor
Evamarie Wecker
Evamaria Wecker ist seit ihrer Kindheit in den Bergen unterwegs. Zusammen mit ihrem Mann Primus Wecker hat sie ihre Leidenschaft für Wanderungen und Hochtouren in den Alpen entdeckt. Was zunächst nur Urlaubsvergnügen war, hat sich vor einigen Jahren zum Hauptberuf entwickelt. Evamaria Wecker ist als aktive Fachübungsleiterin Bergsteigen beim Deutschen Alpenverein viel mit Gruppen auf Tour. Als Autorin hat sie mehrere Buchtitel im Bergverlag Rother und Texte für alpine Fachzeitschriften verfasst, zu denen Primus Wecker als begeisterter Fotograf jeweils die Bilder beigesteuert hat.

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