Über sieben Schneiden musst du gehen – so lautet gleichsam das Motto einer der reizvollsten Höhenrouten weit und breit. Sie verbindet die Edelhütte mit der Kasseler Hütte, heißt offiziell auch Aschaffenburger Höhensteig und ist in ihrem 13 Kilometer messenden Verlauf quer durch die Hochkare am Ahornkamm alles andere als ein Spaziergang. Vor allem die unwegsamen, stolpersteinigen Blockfelder bereiten des Öfteren unerwartete Mühsal und kosten dem weniger Versierten reichlich Zeit. Die Wegweiser bei der Ahornbahn und Edelhütte verkünden deshalb nachgerade abschreckende Zeitangaben (die jedoch objektiv ein wenig übertrieben erscheinen). Wer den Anforderungen gewachsen ist, taucht hier freilich voller Genuss in eine großartige Urlandschaft ein. Wir können die Freiheit des Höhenwanderns auf weiter Flur in vollen Zügen auskosten und dabei in herrlichen Panoramen schwelgen. Im Talschluss der Stilluppe dominiert unverwechselbar der Dreikant des Großen Löffler.
Die Edelhütte, 2238 m, wird wie in Kapitel 38 beschrieben in gut einer Stunde von der Ahornbahn her erreicht. Am besten geschieht dies bereits am Vortag, um dort zu übernachten (andernfalls unbedingt die erste Gondel nehmen). Von der Hütte mit dem Aschaffenburger Höhensteig bzw. Siebenschneidensteig (Nr. 519) südwärts über Wiesen und Schotter zum Riegel der Popbergschneide, der über felsige Stufen bis in die Popbergnieder, 2448 m, durchstiegen wird. Hier geht es scharf links weiter und in Kürze vom Grat abrückend fast höhengleich in die abschüssige Grasflanke hinein. Der Höhenweg beschreibt einen leichten Abwärtsbogen ins Popbergkar und gerät bald in grobe Blockfelder. Darin allmählich wieder aufwärts, einem steilen Hindernis rechts ausweichend und zuletzt steil bis in die Lücke an der Krummschnabelschneide, 2433 m. Drüben wird abermals links ausholend das Hasenkar ausgegangen (anfangs abschüssig). In leicht absteigender Linie erneut über Blockfelder bis unter die nächste Gratrippe. In
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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