Im hintersten Ridnauntal wurde früher Erz abgebaut, Bergwerk und Stollen sind mit St. Martin am Schneeberg verbunden. In Maiern befindet sich das Bergbaumuseum; von hier führt, an alten Stollenanlagen und historischen Bauwerken vorbei, ein längerer Aufstieg nach St. Martin am Schneeberg. Das Bergbaumuseum ist aber auch Ausgangs- und Endpunkt für eine anspruchsvolle Wanderung durch eine einzigartige Seen- und Hochgebirgslandschaft: die Egetenseen, eine stufenartig angelegte Seenplatte mit den verschiedenartigsten Seen. Jeder strahlt seinen eigenen Zauber aus: mal inmitten von Almwiesen, dann in einem Geröllkessel liegend, mal mit dicken Wollgrasbüscheln geschmückt, dann mit glasklarem Wasser in einer Felsenwanne eingebettet, mal in einer weiten Schwemmebene ruhend, dann einen ganzen Talboden ausfüllend. Die Seenplatte endet unterhalb des Übeltalferners, des größten Gletschers Südtirols. Dort vereinigt sich in einem weitläufigen Talboden der Seebach mit den Schmelzwassern des Gletschers zu einem schäumenden Wildbach, dem Fernerbach. Sein Rauschen begleitet unseren Abstieg bis zum Aglsboden, wo der Wildbach in der weiten Schwemmebene des Aglsbodens kurzzeitig zur Ruhe kommt, bevor er sich durch die enge Felspassage der Burkhardsklamm zwängt und ins Ridnauntal abfließt. Das Gustostückerl am Abstieg ist die lange Hängebrücke am Aglsboden über den Fernerbach!
Vom Parkplatz gehen wir am Bergbaumuseum vorbei und auf einem Fahrweg in das Lazzacher Tal. Bald teilt sich der Fahrweg: Die linke Straße geht hinauf zum ehemaligen Poschhaus, einer Bergwerksruine, wir biegen in den rechten Weg ein und wandern auf ihm zur Stadlalm, 1650 m. Nach der Alm wird der breite Weg schmäler, führt in aussichtsreicher Höhenwanderung über die Almwiesen und allmählich hinunter zum Moarer Bach. Über eine Hängebrücke wechseln wir auf die andere Bachseite und wandern auf einem alten Wirtschaftsweg weiter, in dessen Felsen tiefe Wagenrillen von einer intensiven Nutzung während des Erzabbaus zeugen. Auf diesem Weg erreichen wir den Eingang zum Poschhausstollen, 1980 m, und damit das ehemalige Bergwerksgebiet. Am Hang rechts über uns sehen wir die gepflasterte Spur eines früheren Schrägaufzugs, unseren weiteren Aufstiegsweg. Wir gehen rechts am Eingang zum Poschhausstollen vorbei, über eine Brücke und auf dem gepflasterten Weg sehr steil und direkt bergauf. Der
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