Die Serles erhebt sich zwar nicht unmittelbar über der Tiroler Landeshauptstadt, zeigt sich aber durch den Einschnitt des Wipptals im Süden besonders wirkungsvoll und zählt zweifellos zu den bekanntesten Bergen im Umkreis. Die Sonnenaufgangstouren dorthin sind legendär, die Aussicht sowieso. Es gibt auch einen Zugang aus dem Stubaital, üblicher Ausgangspunkt ist aber das Kloster Maria Waldrast auf der Ostseite, zumal sich von dort das Steigpensum im normalen Rahmen hält. Die Serles wird zuweilen als anspruchsvoll eingestuft, faktisch gilt dies jedoch allenfalls für kurze Passagen am Gipfelaufbau. Gemessen am schroffen Erscheinungsbild des Berges kommt man ihm sogar überraschend leicht bei, solide Trittsicherheit vorausgesetzt.
Von Maria Waldrast begeben wir uns auf den Serlesweg (Nr. 121), der in Grundrichtung Südwest anfangs durch Wald, dann vermehrt durch Latschenbereiche schräg ansteigt. Einige Abschnitte verlaufen auch mal nahezu horizontal. Zwischendurch werden zwei Reißen gekreuzt, ehe wir uns nach gut einer Stunde bei einer Gabelung rechts in die Serlesgrube hinaufwenden. In der Karbucht kommt man vom grasigen Untergrund allmählich in den Schutt und steuert das markante Serlesjöchl, 2384 m, in der Kammlinie an. Dort nach rechts zu einer kleinen Felsstufe, die mittels Leiter überwunden wird. Im weiteren Verlauf treten am Gipfelaufbau noch zwei, drei gesicherte Schrofenstellen auf, sonst windet sich die Spur im Schotter bergauf und bewältigt kurz vor dem Gipfel der Serles, 2718 m, eine letzte felsdurchsetzte Passage. Der Abstieg ist identisch.
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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