Einige der traditionellen Almhütten Ultens sind bis heute nicht durch breite Wirtschaftswege erschlossen und somit nur zu Fuß erreichbar. Dies trifft beispielsweise auf Seegruben- und Pfandlalm am Fuße der Hochwart zu. Dort an den rustikalen Holztischen Einkehr zu halten, zählt zu den einfachen Köstlichkeiten des Lebens – im Falle der Pfandlalm scheint die Bewirtschaftung allerdings jüngst leider eingestellt worden zu sein. Ein reicheres kulinarisches Angebot erwartet uns ohnehin noch auf der ein Stück weiter östlich gelegenen Spitzner Alm, die auch schon einen etwas moderneren Anstrich erhalten hat. Auf der strengen Nörderseite Ultens nehmen dunkle Nadelwälder den allergrößten Raum ein und bedeuteten jahrhundertelang die wichtigste Einnahmequelle für die Talschaft. Umso idyllischer erscheinen uns freilich die Almrodungen mit ihren liebreizenden Schindelhüttchen. Da hockt man sich doch gern auf eine Marende her und lässt bei meditativer Kuhglockenmusik die Augen über Tal und Berg schweifen…
Nachdem am Zoggler Stausee der Damm überschritten ist, starten wir für eine Viertelstunde am südseitigen Uferweg, bis uns Weg Nr. 20 die Richtung bergwärts weist. Zunächst recht breit und moderat angelegt, wird der Verlauf bei einem kleineren Graben anspruchsvoller. In meist dichtem, manchmal auch aufgelockertem Wald ziemlich steil höher, auf knapp 1500 Metern einen Forstweg knapp links versetzt kreuzend und durch den Hochwald weiter zur rustikalen Seegrubenalm, 1916 m. Nun nehmen wir mit Nr. 23 die Verbindung zur Pfandlalm auf. Um einen vorspringenden Rücken in eine Hangbucht, dann oft recht angenehm weiter quer durch den Pichlerberg und leicht abwärts zur Lichtung der Pfandlalm, 1838 m, die zuletzt verlassen schien. In ähnlicher Weise setzen wir die Wanderung gen Osten fort, derweil nochmals leicht ansteigend und insgesamt vielleicht etwas weniger holprig als im Abschnitt zuvor. Beim Abzweig Nr. 23A zur Walschgrubenalm bekommen wir ohnehin einen breiteren Karrenweg unter die Sohlen
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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