Lockender Grenzfall für Schneeschuhgänger
Die sonnseitige Flanke des Klettenbergs im mittleren Aubachtal ist schuld daran, dass der Südaufstieg zum Sedererstuiben zu den anspruchsvollsten Schneeschuh-Unternehmungen in den Allgäuer Voralpen westlich der Iller zählt. Trotz benützter Steighilfe lernt man hier unweigerlich die Grenzen des Breitspurgehens kennen. Winter für Winter zeigt dieser Steilhangschinder oft schon nach wenigen Schönwettertagen die ersten ausgeaperten Flecken. In einem solchen Fall kann man die löcherigen Teller getrost an den Rucksack hängen und der Herausforderung »unten ohne« zuleibe rücken.
Ganz ohne Schweißvergießen geht’s allerdings dennoch nicht ab. Doch was tut man sich eines märchenhaften Erlebnisses lichter Höhen zuliebe nicht alles an? Und dies nimmt spätestens bei der prächtig gelegenen Gatteralp seinen unvergesslichen Verlauf. Eine mögliche Tourenerweiterung zum östlich benachbarten Stuiben ist leicht und dauert nicht lange. Die stark lawinenträchtige gesamte Südflanke zwischen beiden Gipfeln gilt es allerdings streng zu meiden. Wen überschüssige Kräfte plagen, der kann nach der ersten Abstiegsetappe bei der Gatteralp den Zusatzaufstieg zum benachbarten Buralpkopf in Erwägung ziehen. Die strahlendsten Tiefschneeträume lohnen die anstrengende Fleißaufgabe. Voraussetzung sind wohlgemerkt sichere Bedingungen.
Los geht’s an der Bushaltestelle in Gunzesried-Säge auf dem anfangs deutlich steigenden, in der Regel geräumten Alpsträßchen Richtung Aubachtal. Über eine Kuppe wandern wir an der Alphütte Vorsäß I, 955 m, vorbei, einwärts in das während der Winterzeit einen beachtlichen Teil des Tages schattige Hochtal. Rechter Hand begleitet uns der reich geschartete Hauptzug der Immenstädter Nagelfluhberge. Die Steilflanken des Stuiben drängen sich, nachdem wir die Bachseite gewechselt haben, nahe an die Hütte Vorsäß II heran. Am Vorsäß III, 970 m, der zweiten rechtsseitig gelegenen Hütte, weist die Beschilderung »Buralpkopf« den weiteren Kurs. Man folgt dem fast immer von Skitourengehern gespurten, linksschräg verlaufenden Ziehweg durch dichten Fichtenwald bergan und ignoriert dabei eine linke Abzweigung. Vorbei an einzelnen Nagelfluhbrocken erreicht man bald den Waldrand. Bei einem markanten Ahorn verlassen wir den Weg und stapfen durch eine einladende, mit weiteren alten Ahornbäumen geschmückte
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