Die Besteigung des Schwarzkogels ist eine zwiespältige Sache. Einerseits kommt man selten so unkompliziert auf einen Dreitausender und kann die Aussicht auf die Gletscher der Ötztaler Alpen auf Augenhöhe genießen. Die Kehrseite der Medaille kann dabei aber nicht übersehen werden, denn der Schwarzkogel ist voll in die Fänge einer ausufernden Erschließung für den Wintersport geraten. Dieses Ambiente begleitet uns auf Schritt und Tritt. Umso bemerkenswerter erscheint das Kleinod des zwischen Rotkogel und Schwarzkogel eingebetteten Schwarzsees, der uns in seiner herben Ausstrahlung und auch in seiner Größe verblüfft. Insgesamt also eine Tour mit sehr gemischten Eindrücken.
Von der Talstation der Giggijochbahn in Sölden fahren wir hinauf zur Bergstation. Im Pistengelände auf breiten Fahrwegen bzw. über geglättete Matten aufwärts. Am besten am Langegg unter der Lifttrasse entlang und mit einer Schleife hinauf zur Rotkogelhütte, 2660 m. Bei der Kapelle zweigt ein Steig zum Rotkogel ab. Wir peilen indes den Geländeeinschnitt P. 2799 am Schwarzsee an und erreichen damit den schönsten Fleck der Tour. Über Blöcke am Südufer entlang (schwierigste Passage), anschließend über die Flanke hinauf zum höchsten Skilift und das letzte Stück über den gutmütigen Rücken von Norden her zum Gipfelkreuz auf dem Schwarzkogel, 3016 m.Im Abstieg drehen wir noch vor dem Schwarzsee nach Süden ab und steigen über Pisten ins Große Rettenbachkar hinunter. Mit einigen Kurven zu den Skiliftstationen und zum Höhenweg über dem Rettenbachtal, 2550 m, dem man auf zunächst sehr breiter Trasse nordostwärts folgt. Wo die Gegensteigung zur Rotkogelhütte ansetzt, schlüpfen wir durch eine Lücke
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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