Den direktesten Zugang ins Herz der dolomitisch anmutenden Tannheimer Berge erhält man vom Ort Nesselwängle mit dem Aufstieg zum Gimpelhaus. Oberhalb stehen sie dann in Reihe, die stolzesten Felsrecken der Gruppe, allen voran Köllenspitze und Gimpel, die auch auf der jeweils leichtesten Route Kletterei verlangen. Für unseren Guide kommt eher die Rote Flüh in Betracht, als kleinere Schwester des Gimpel überhaupt eines der beliebtesten Gipfelziele weit und breit. Die Schau von oben ist fantastisch, und im Kar tummeln sich meist zahlreich die Gämsen. Wer aus der Tour noch mehr herausholen möchte, quert anschließend unterhalb von Gimpel und Köllenspitze bis ins Sabachjoch und folgt gegebenenfalls dem Schleichpfad hinauf zur Schneid, einem besonders elegant geformten Grasberg mit erstaunlich steilen Flanken.
Vom Parkplatz bei der Materialseilbahn in Nesselwängle, 1136 m, geht es nach Beschilderung »Gimpelhaus« mit einer Rechtsschleife in den Wald. Am Ende der breiten Trasse vor einem Bach scharf links und auf einem bestens angelegten Kehrenweg (Nr. 415) an der steilen Berglehne empor – nach oben hin vermehrt mit schönen Ausblicken. Man erreicht das große Gimpelhaus, 1659 m, und wählt dahinter den oberen Weg, der etwas wurzlig durch ein letztes Waldstück ins Gimpelkar führt. Dabei kommt auf den Wiesen auch der Zugang von der Tannheimer Hütte dazu. Richtung Judenscharte bleiben wir auf dem unteren der beiden Wege, der zu den Wänden Abstand hält, weniger Geröll, aber eventuell einige durchfeuchtete Passagen aufweist. Aus der Lücke – direkt über uns der imposante Aufschwung des Gimpel-Westgrates – nach links zu einer gesicherten Felspassage mit ausgemeißelten Tritten und mit gelegentlicher Händeunterstützung auf Schrofenpfad weiter bis zum Gipfel der Roten Flüh, 2111 m.Obgleich dieser Berg
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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