Das Pfitscher Joch ist auf der gesamten Front des Zillertaler Alpenhauptkammes der leichteste Durchlass zwischen Nord- und Südtirol. Ein bequemer Weg führt vom Schlegeis-Stausee hinauf und taugt für die gemütliche Wanderfraktion auch schon bis zum privaten Schutzhaus auf Südtiroler Seite. Die Rotbachlspitze verlangt über ihren Westkamm etwas mehr Einsatz, belohnt diesen freilich mit einer atemberaubenden Schau auf die Hochferner-Nordwand samt ihren trutzigen Hängegletschern, auf die Dreitausender im Tuxer Kamm sowie die Umrahmung des inneren Pfitscher Tals.
Vom Zamsgatterl , 1782 m, wandern wir stets links vom Bach in den inneren Zamser Grund hinein – ein sachte ansteigendes Hochtal zwischen Hochstellerkamm und Schrammacher samt Trabanten. Nach einiger Zeit wird das sekundäre Haupental mit seinem Abfluss passiert, später die bewirtschaftete Lavitzalm, 2090 m, ehe der nun etwas steinigere Weg den letzten Bogen hinauf zum Pfitscher Joch , 2246 m, beschreibt. Etwas südlich des Passscheitels steht auf einer Geländekuppe das Pfitscher-Joch-Haus, 2275 m. Beim Hinweis auf unseren Gipfel wenden wir uns nach links und gelangen damit auf den lang gezogenen Westrücken der Rotbachlspitze, der zur Gänze verfolgt wird (teilweise geringfügig nordseitig ausweichend). Nach einem markanten Absatz tritt das Grün endgültig zurück – etwas Blockwerk und zumeist festgefügter Grus, der sich relativ gut begehen lässt, leiten gipfelwärts. Am Schluss nochmals kräftig aufsteilend zum Kreuz auf der Rotbachlspitze , 2897 m. Der Rückweg erfolgt auf derselben Strecke.
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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