Quer durch den Südabsturz der Tribulaungruppe führt einer der spannendsten Höhenwege Südtirols. Rund 1000 Höhenmeter über dem Grund des Pflerschtals, die man mit dem Zustieg zum Portjoch überwindet, zieht er seine fulminante Linie durch zahlreiche Gräben und Runsen, immer wieder mit kitzligen Passagen aufwartend. Gute Sicherungen sorgen aber dafür, dass die Nerven nicht überstrapaziert werden. Ziel der Tour ist die Tribulaunhütte am Sandessee. Als ich vor gut 20 Jahren den Pflerscher Höhenweg zum ersten Mal beging, war ich auf Anhieb begeistert, von der Wegführung einerseits, aber auch von den Fern-, Tief- und Nahblicken. Etliche Wiederholungen sollten seitdem folgen, und die jüngste wird sicher nicht die letzte gewesen sein …
Wir starten beim Weiler Kieserengern, 1109 m, bzw. der Straßenabzweigung nach Ast und folgen über den Wieskopf, 1957 m, bis zum Portjoch, 2109 m, der in Tour 3 detailliert beschriebenen Route. Der 1000-Meter-Zustieg nimmt bereits drei Stunden in Anspruch, ist aber dank der guten Weganlage nicht zu fordernd und landschaftlich überdies reizvoll.Der Pflerscher Höhenweg (Nr. 32A) bleibt diesseits der Grenze und zieht zunächst unschwierig durch die Wiesenhänge der »Gamsleite«. Am Ende einer schrofigen Traverse taucht bei einem Marterl ein schöner Rastplatz auf (P. 2194). Anschließend wird das Gelände nach und nach abschüssiger. Die stellenweise gesicherte Route durchläuft den Wildgrabenkessel und im weiteren Verlauf noch mehrere kleinere Gräben und Einschnitte. Bis zum Vorsprung am Brandegg, 2304 m, gewinnt sie dabei sukzessive an Höhe. Dahinter wird der Ansatz des wilden Teisslgrabens unterhalb der Rotspitz-Felsen ausgegangen, ehe man ein markantes Eck umkurvt und über Bänder Richtung
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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