Der vorteilhaft hohe Ausgangspunkt am Oberalppass beschert dem Pazolastock (rätoromanisch Piz Nurschelas) häufigen Besuch. Nur zwei Stunden Aufstieg sind es bis zu einer wirklich prachtvollen Gipfelaussicht zwischen dem südlichen Urnerland, der oberen Surselva und den nördlichsten Tessiner Bergen. Wie so oft in diesem Band wollen wir aber etwas mehr daraus machen und beziehen deshalb auch den westseitigen Zugang ein, der meiner Meinung nach sogar der schönere ist. Ob man vom Oberalpsee dann den kleineren Rundenschluss wählt oder auch noch die gegenüberliegenden Flanken abläuft, bleibt Geschmackssache. Aussichtsmäßig ist es sicher ein lohnendes Extra, doch soll nicht verschwiegen werden, dass die Umgebung hier durch Pistenerschließungen ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden ist.
Von Nätschen, 1830 m, laufen wir auf bzw. neben der Passstraße etwa einen Kilometer bergwärts bis zu den Alphütten von Schöni, 1875 m. Dort über die Oberalpreuss, bei der Gabelung kurz nach rechts, dann aber in den Bergmatten links haltend aufwärts. Nach einer Weile mit etlichen Windungen bleibt am Viert Boden das Pazolastäfeli jenseits eines Grabens links liegen. Diesen kreuzen wir ein Stück weiter oben. Am Rande einer Hangmulde steigt die meist grasige Trasse mäßig steil, aber stetig an und verbindet sich in der Pazolalücke, 2578 m, mit der häufiger begangenen Route vom Oberalppass. Am Gipfelaufbau wird das Gelände zwar abschüssiger, doch unser Steig ist in Schleifen bestens angelegt. Durch die Westflanke erreichen wir das gipfelnahe Gebäude und mit wenigen Schritten die höchste Kuppe am Pazolastock, 2739 m.Im Abstieg wenden wir uns an der Pazolalücke auf die Nordostseite, wo es im Wechsel zwischen mittelsteilen Abschnitten und Verflachungen an weitläufigen Hängen tiefer geht. Auf
Bereits freigeschaltet? Anmelden
Premium Inhalt Premium-Touren werden von professionellen Autoren oder Fachverlagen herausgegeben.
Rother ist jetzt Partner von Outdooractive für Premium-Touren!
Ab sofort hast du mit Outdooractive Pro+ vollen Zugriff auf tausende sorgfältig recherchierte und professionell beschriebene Touren aus den Rother Wanderführern.
Der Rother Bergverlag ist einer der renommiertesten Spezialverlage für Wanderliteratur im deutschsprachigen Raum. Seit über hundert Jahren bietet der Verlag eine große Auswahl an Wander-, Trekking- und Skitourenführern, die für ihre Zuverlässigkeit und detaillierten Informationen bekannt sind. Das Angebot umfasst klassische Rother Wanderführer mit sorgfältig recherchierten Routenbeschreibungen, Höhenprofilen, Karten, GPS-Tracks und zahlreichen Tipps zu Natur, Kultur und Einkehrmöglichkeiten. Abgedeckt werden verschiedenste Regionen Europas und der Welt – vom einfachen Familienausflug bis zur anspruchsvollen Hochtour.
Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

Nutzerfragen