Auf den schönsten Berg des slowenischen Karsts
Wer von Norden auf der Autobahn Richtung Koper fährt, dem fällt kurz hinter Postojna ein unverwechselbarer, felsiger Gebirgszug auf: der Nanos. Mit schroffen Felsen bricht er nach Süden zur kleinen Ortschaft Razdrto ab, und über der steilen Ostflanke streckt eine riesige Sendeanlage ihre Masten in den Himmel, die aber der Schönheit unseres Berges nichts anhaben kann! Pleša heißt der futuristisch geschmückte Gipfel, der zwar nicht der höchste, aber der aussichtsreichste Gipfel im Nanosmassiv ist – an klaren Tagen reicht die Sicht vom Triglav bis zum Golf von Triest! Eine gemütliche Hütte am Gipfel sorgt für das leibliche Wohl der Nanosbesucher. Was den besonderen Reiz dieses Berges ausmacht, ist der traumhaft schöne Weg: Durch die zunächst sehr abweisend wirkende Südflanke schlängelt sich ein gut angelegter Steig anfangs in flachen Kehren durch schattigen Strauchwald, dann über leichte Felsen mit fantastischen Tiefblicken. Über die aussichtsreiche Geländekante hoch über dem Vipavatal führt dann der Abstieg zur romanisch anmutenden Bergkirche Sv. Hieronim (erbaut Anfang des 17. Jahrhunderts) und durch die nicht weniger spannende Südwestseite – wahrhaft eine Tour der Superlative! Wer sich im Frühjahr auf den Weg zum Nanos macht, erlebt eine vielfältige Flora, in der Pfingstrosen und blaue Iris die unumstrittenen Königinnen sind.
Vom Parkplatz gehen wir über die Autobahnbrücke und nach der Brücke links etwa 100 m auf einer Sandstraße, dann zweigt rechts unser Weg – Wegweiser »Vojkova koča na Nanosu« – ab. Auf dem breiten Weg gelangen wir schon bald in schattigen Strauchwald und wandern gemütlich bis zu einer Gabelung, 740 m, wo wir rechts abbiegen. Unser Weg wird zum Steig und führt in angenehmer Steigung im schattigen Wald höher zu den ersten Felsen. Ein enger Durchschlupf, ein Drahtseil um eine Geländekante und eine Aussichtskanzel sorgen für Spannung und Abwechslung, dann leiten mehrere Drahtseile über leichte Felsen hinauf zum Gipfelhang. Bei einem Wegweiser, der nur mehr 15 Min. zur Hütte verspricht, haben wir den schwierigsten Teil unseres Aufstiegs geschafft. Nun folgen wir nicht der steilen Kiesspur gerade bergauf, denn mit dem Kies wurde nur eine Elektroleitung zugeschüttet, sondern den Markierungen auf breitem Schotterweg nach rechts und in weitem Bogen hinauf zum Gipfel der Pleša. Rechts an den
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Autor
Evamarie Wecker
Evamaria Wecker ist seit ihrer Kindheit in den Bergen unterwegs. Zusammen mit ihrem Mann Primus Wecker hat sie ihre Leidenschaft für Wanderungen und Hochtouren in den Alpen entdeckt. Was zunächst nur Urlaubsvergnügen war, hat sich vor einigen Jahren zum Hauptberuf entwickelt. Evamaria Wecker ist als aktive Fachübungsleiterin Bergsteigen beim Deutschen Alpenverein viel mit Gruppen auf Tour. Als Autorin hat sie mehrere Buchtitel im Bergverlag Rother und Texte für alpine Fachzeitschriften verfasst, zu denen Primus Wecker als begeisterter Fotograf jeweils die Bilder beigesteuert hat.

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