Er ist ein Berg mit vielen Gesichtern, mit mehr als nur einem Namen und diversen Anstiegswegen, altberühmt für sein Panorama, Wetterzeiger dazu und Blumenwunder. »Pizzòcolo« steht in den topografischen Karten; bei den Einheimischen heißt er auch »Naso di Napoleone«. Das muss wohl an seinem recht markanten Profil liegen, das der Berg vom Ostufer des Gardasees aus bietet. Der Pizzòcolo (1581 m), ziemlich genau 1½ km über dem großen See aufragend, gilt auch als Wetterzeiger, weshalb er gelegentlich schlicht »Gù« genannt wird (guà = schau!). Wenn der Wind auf Südrichtung dreht, was nichts Gutes bedeutet, hängt bald schon eine Wolkenfahne an seinem Gipfel. Bei Nordföhn dagegen genießt man ein grandioses Panorama, das im Westen bis zum Monte Rosa (4634 m) reicht. Ein origineller Gipfelzeiger nennt die markantesten Zacken im weiten Rund. Meistens lässt sich der Pizzocolo schon sehr früh im Jahr über seine Südflanke besteigen. Im März wandert man im Valle della Prera durch ein Meer von Schneeglöckchen und Hundszahnlilien. Aus dem Unterholz leuchten die großen weißen Blüten der Christrosen, dazwischen setzen Leberblümchen blaue Tupfer, da duftet der Seidelbast. Und höher am Berg, wo der Schnee erst weg geschmolzen ist, verwandeln Krokusse die braunen Wiesenhänge in einen lila-weißen Teppich. Was für eine Blumenpracht!
Der Aufstieg beginnt auf einer Straße, führt teilweise im Wald über einige Schleifen bergan. Vom Croce di Ortello (625 m) genießt man einen stimmungsvollen Blick auf den südlichen Gardasee. Nach einem kurzen Flachstück zweigt bei den Häusern von Ortello (755 m) rechts ein Fahrweg ab (Hinweis »Malga Valle – Pizzòcolo «). Er steigt abschnittweise recht ruppig an, mündet dann ins Valle della Prera. In lichtem Wald geht’s bergan zur verlassenen Malga Valle (1337 m). ¼ Std. höher stößt man auf den breiten Kriegsweg, der vom Passo dello Spino heraufkommt und in angenehmer Steigung – vorbei an der Selbstversorgerhütte Due Aceri (1530 m) – zum Gipfel mit Kreuz und einer originellen Kapelle führt. Der Abstieg ist zunächst vor allem Höhenwanderung, folgt erst dem lang gestreckten Westkamm des Bergstocks, mit einer kleinen Gegensteigung am Dosso le Prade (1511 m), bevor er sich zu den Blumenwiesen von Prade senkt. Hier gabelt sich der Weg (1352 m; Tafeln); man hält sich links (rechts zum Rifugio
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