Mindelheim, 1046 erstmals erwähnt, nahm mit seiner Lage an der Salzstraße von München über Landsberg nach Memmingen und weiter zum Bodensee und in die Schweiz eine stetige Entwicklung und erhielt bereits 1250 das Stadtrecht. Über der malerischen historischen Altstadt mit Kirchen, Klöstern, Bürgerhäusern und Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigung ragt der einstige Herrschaftssitz, die Mindelburg, auf. Sie hat ihr Aussehen im Wesentlichen durch das Geschlecht der Frundsberg im 15. und 16. Jh. erhalten. Hier lebte auch Georg I. von Frundsberg (1473–1528), der als »Vater der Landsknechte« gilt, welche als zu Fuß kämpfende Söldner im späten 15. und 16. Jh. wegen ihrer fortschrittlichen und disziplinierten Kampfweise gefragt, aber auch als Plünderer und Marodeure gefürchtet waren. Als der letzte Frundsberg 1586 kinderlos starb, fielen zwei Drittel der Herrschaft Mindelheim samt Mindelburg durch Erbe an die Fugger, welche sie aber 1616 nach langwierigen Erbstreitigkeiten wieder an den bayerischen Herzog Max verloren. Heute befindet sich in den Gebäuden ein Verlag, doch die Außenanlagen sind frei zugänglich.
Vom Bahnhof Mindelheim, 608 m, aus folgen wir stets geradeaus der Bahnhofstraße an einigen denkmalgeschützten Gebäuden aus dem 19. Jh. vorbei. Auf der rechten Straßenseite sind das Postamt mit Treppengiebel und kleinem Walmdachanbau (Nr. 4), eine neubarocke Villa mit Mansardwalmdach (Nr. 10), ein Wohnhaus um 1900 (Nr. 14) sowie das ehemalige Amtsgericht (Nr. 18) zu nennen. Am fahnengeschmückten Kreisverkehr mit dem Europabrunnen als Symbol für völkerverbindende Partnerschaften sehen wir den Gefängnisturm mit Spitzhelm. Wir halten uns rechts und queren an der Ampel die Straße. Hier das schmucke Gasthaus zur Siegeshalle von 1889. Die Maximilianstraße führt uns durch das Obere Tor, 604 m, in die Altstadt an vielen weiteren Baudenkmälern sowie am Marienplatz mit Rathaus (lebensgroße Figur Georgs I. von Frundsberg) und Brunnen vorbei. Bevor wir durch das Untere Tor, 602 m, die Altstadt verlassen, sehen wir rechts das ehem. Jesuitengymnasium (Nr. 60) sowie anschließend die Jesuitenkirche
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