Die Leilachspitze zählt zu den ambitioniertesten Zielen in diesem Guide. Die Tour besticht vor allem durch ihre Länge, Ursprünglichkeit und im oberen Teil auch durch die anspruchsvollen Steige. Gipfelbildner ist hier der Hauptdolomit, ein Gestein, das üblicherweise splittrig zerfällt und damit wilde Erosionsformen hervorruft. Erstaunlich, dass es an der Leilachspitze trotzdem zwei für erfahrene Bergwanderer gangbare Routen gibt. Der Berg liegt – wenn auch etwas abseitig – noch im Einzugsbereich der Landsberger Hütte, doch sei an dieser Stelle der Zugang aus dem Birkental beschrieben, um auch diesen stillen Winkel einmal näher zu beleuchten. Wir steigen also über das abgeschiedene Weißenbacher Notländerkar zum Nordgrat auf und wählen die spannende Route an den Krottenköpfen vorbei für das spätere Bergab. Lohn der nicht zu knappen Mühen ist ein fantastisches Panorama der Allgäuer und Lechtaler Alpen sowie das Gefühl, einer besonderen Herausforderung standgehalten zu haben. Insofern darf man sich von der Angabe »5 Std.« am Ausgangspunkt nicht ins Bockshorn jagen lassen …
Von Rauth, 1140 m, marschieren wir zu Beginn längere Zeit ins Birkental einwärts, anfangs leicht ansteigend, nach der Gabelung am unteren Ast eher wieder bergab. Vor dem tiefen Einriss des Krottentals wird die Forststraße von einem Steig abgelöst. Wir gehen den eindrucksvollen Tobel über abgesicherte Bänder aus und setzen den Zugang ins innere Birkental durch lichten Wald fort. Wenige Schritte vor der Höflishütte, 1184 m, links über den Weißenbach und am Gegenhang steil empor zu einem Forstweg, der bloß gekreuzt wird. Unser Waldsteig führt jetzt eine ganze Weile kaum ansteigend nach links und dreht danach wieder rechts ab. Im Schräganstieg nähern wir uns allmählich dem Abfall des Weißenbacher Notländerkars. Dort über mehrere Gräben mehr nach rechts und im zunehmend lichteren Gelände in den kupierten oberen Bereich des Kars, wo man auf einen von Weißenbach kommenden Pfad trifft, ca. 1820 m. An dieser Stelle markant nach rechts (Westen) über die welligen Böden und zum Ansatz der
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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