Keine Frage, der Kronplatz gehört zu den schönsten Aussichtspunkten Südtirols, ideal zwischen dem Gletscherkamm der Zillertaler Alpen und den Dolomiten platziert. Das ergibt eine Drei-Sterne-Rundschau, bei der man gar nicht so recht weiß, was mehr fasziniert: die Gletscherberge im Norden oder die markanten Zackenprofile im Süden. Dazu kommen Tiefblicke ins Pustertal, das man vom Drausattel bis zur Mühlbacher Klause überschaut. Nicht zu übersehen ist auch, dass der Kronplatz vor allem ein Skiberg geworden ist, mit 32 Aufstiegshilfen (die stündlich 70.000 Personen befördern, wie der Winterprospekt stolz vermerkt) und 116 Kilometern Piste.
Mehr Sommerbesucher soll das neue Messner Mountain Museum Corones auf den Berg locken. Am Westrand des Gipfelplateaus hat die berühmte britisch-irakische Architektin Zaha Hadid einen höchst eigenwilligen Bau gesetzt: geschwungene, ineinander übergehende Linien statt Kanten und Ecken. Ob sich das auch mit dem Thema des Museums, dem klassischen Abenteuerbergsteigen (Trade Adventure Alpinism) verträgt?
Jüngste Attraktion für Kronplatzbesucher ist das LUMEN-Museum in der Bergstation der alten Kronplatz-Seilbahn, das sich der Bergfotografie und ihrer Geschichte widmet (geöffnet Juni bis Mitte Oktober täglich 10–16 Uhr).
Ganz bequem kommt man mit der Seilbahn auf den total verbauten Gipfel. Natürlich führen auch zahlreiche Wege zum großen Panorama, sogar eine kleine (für den Autoverkehr gesperrte) Straße über die Südflanke. Sie ist bei Radlern mit dicken Waden und großer Lunge beliebt; auch die echten Cracks des Giro d’Italia waren hier schon unterwegs: Etappenziel Kronplatz. Bergwanderer nehmen es gemütlicher, genießen die schönen Ausblicke Richtung Dolomiten, bestaunen am Gipfel die monumentale Friedensglocke, die beiden Museen und den himmelhoch ragenden Antennenturm. Nicht weniger als acht Lifte enden am weiträumigen Gipfelplateau, und man kann sich gut vorstellen, in welcher Jahreszeit hier richtig Umsatz gemacht wird …
Vom Parkplatz an der Furkel, 1745 m, zunächst auf der ehemaligen Kronplatz-Militärstraße nordwärts bergan. Nach den ersten drei Kehren (alle mit Porträts von Heroen aus der Geschichte des Giro d’Italia geschmückt) verlässt man die staubige Trasse nach links und folgt dem Wanderweg, der im Wald steiler ansteigt. Bei der Panoramahütte kreuzt man die Straße; etwas höher liegt auf einer Hangterrasse die Graziani-Hütte, 2098 m. Der weitere Anstieg verläuft über Wiesenhänge, mündet schließlich von Südwesten auf das verbaute Gipfelplateau des Kronplatzes, 2275 m, – und zum großen Panorama. Seit 2003 schmückt die Friedensglocke »Concordia« den Aussichts- und Skiberg; am Westrand des abgeflachten Gipfels steht – halb in den Berg gebaut – das MMM Corones. Der Abstieg folgt mit freier Sicht aufs obere Pustertal, die Gipfel der Rieserfernergruppe und der Pragser Dolomiten dem Nordostgrat bis in die Senke, 2153 m, vor dem felsigen Spitzhorn, 2173 m. Hier rechts hinab zur Geiselsberger Hütte, 2080 m.
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