Der Hainich war nicht immer so unbewohnt, wie er es heute ist. Viele Wüstungen künden von früherer Besiedlung und der »Rennstieg« entlang des Hauptkamms war ein wichtiger und viel begangener Verbindungsweg in Nord-Süd-Richtung. Während die meisten Höfe und Ortschaften schon im späten Mittelalter verlassen wurden, mussten einige, z.B. Ihlefeld und Heßwinkel, erst in den 60er- und 70er-Jahren des 20. Jh. aufgegeben werden. Zu Beginn der Wanderung bestimmen Gehölzsukzession (also die Vegetationsentwicklung durch natürliche Besiedlungsprozesse) und Jungwald das Bild, doch später sind entlang des Hauptkamms vor allem alte Wälder zu bewundern, in denen sich Bärlauch, Buschwindröschen, Gelbes Windröschen und die Zwiebeltragende Zahnwurz im Frühling ein Stelldichein geben. Das Ihlefelder Kreuz mit seiner Darstellung einer Bärenjagd (!) aus dem 15. Jh., die »Eiserne Hand« als Beispiel eines historischen Wegweisertyps und auch die pittoreske, wahrscheinlich 600–800 Jahre alte Betteleiche setzen interessante Akzente am Wegesrand.
Wir beginnen die Runde bei den Informationstafeln am Parkplatz Zollgarten, von wo aus der Saugrabenweg diagonal auf den Waldrand zuführt und uns entlang des Waldrandes nach Südwesten lotst, wobei der Pfad fast unmerklich ansteigt. Bald beschreibt er einen Linksbogen und mündet in einen breiten Feldweg. Dort rechts. Eine Abzweigung nach links ignorieren wir und gelangen in den Wald, wo wir mit einem Knick halb rechts dem Hauptweg treu bleiben. Bei einer T-Kreuzung am Rettungspunkt UH5309 wählen wir den rechten Forstweg, der Bestandteil des Rennstiegs ist (»R«). Wir müssen achtgeben, um nach ca. 300 m die Eiserne Hand« und unweit dahinter den Stichweg zum Ihlefelder Kreuz (beide jeweils rechts des Wegs) nicht zu verpassen. Ein weiterer Kilometer geradeaus bringt uns zur Betteleiche. Den dort nach links abzweigenden Forstweg beachten wir nicht, sondern nehmen erst nach einigen weiteren Metern bei einer Gabelung den linken Fahrweg (»R mit Unterstrich«). Wir wandern am Forsthaus
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Autor
Sabine Gilcher
Sabine Gilcher, Jahrgang 1962, wuchs im bayerischen Alpenvorland auf, mit einem Hochmoor direkt vor der Haustür, den Osterseen gleich um die Ecke und den Bergen immer in Sichtweite. Die Liebe zur Natur wurde daher früh geweckt und später im Studium der Landespflege vertieft. Heute lebt sie als Landschaftsplanerin in Freiburg im Breisgau. Ein Aufenthalt als Erntehelferin auf einem Bauernhof in Norwegen weckte die Liebe zu Skandinavien. Seit mehr als 30 Jahren bereist sie Europas Norden und Nordwesten und lässt sich jedes Mal von Neuem von den dortigen Landschaften faszinieren. Ihre Hobbys Wandern und Fotografieren sind die ideale Kombination zum Erstellen der Wanderführer für den Rother Bergverlag und das Wissen um ökologische Zusammenhänge kommt ihr sowohl im Gelände als auch beim Verfassen der Wanderführer sehr zustatten.

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