Die Hochplatte beherrscht in ihrer zwar wenig eleganten, aber ungemein ausladenden Gestalt das vielseitige Kenzengebiet. Sie wird über ihre beiden Grate sehr häufig bestiegen, womit sich eine Überschreitung geradezu aufdrängt. Möglich ist das Unterfangen sowohl von der Kenzenhütte als auch von der südlich gelegenen Ammerwaldstraße aus. Nordseitig bauen wir indes zuerst einen Abstecher zum kecken Kenzenkopf ein, nähern uns später aus dem Gumpenkar dem ulkigen Fensterl und finden damit Anschluss zum Westgrat, der kurz vor dem höchsten Punkt mit der Schlüsselpassage aufwartet. Die Gipfelrast findet meistens unterm Kreuz am drei Meter niedrigeren Ostgipfel statt, welcher von Wanderern auch gern über die Normalroute im identischen Auf- und Abstieg besucht wird. Damit bliebe die Schwierigkeit sogar noch »rot«. In welcher Form auch immer – eine Tour auf die Hochplatte wird stets von großartigen Ausblicken begleitet. Die teils charismatischen Alpenrandberge unserer Region finden darin ebenso Platz wie die Welt der Hochalpen im Süden.
Von der Kenzenhütte, 1294 m, südwärts hinan und bei der Gabelung rechts. Dieser Weg führt nun oberhalb des Kenzen-Wasserfalls entlang in eine lang gestreckte Karmulde zwischen dem Kenzenkopf und dem Hochplattenmassiv. Dort allmählich etwas schottrig, aber insgesamt auf passablem Steig bis in den Kenzensattel, 1650 m, wo der Stichpfad zum Kenzenkopf, 1745 m, abzweigt. Durch Baumbestände zu einer Felsstelle, dahinter rechts und kurz vor dem Kreuz nochmals etwas steiler und schrofig.Zurück am Sattel wenden wir uns wieder nach Westen und gelangen leicht absteigend in die sogenannte Kalte Lahne. Sie leitet ins Gumpenkar über, wo der Pfad einen holprig-verschlungenen Verlauf nimmt. Bei P. 1625 halten wir uns links aufwärts und steigen gegen das oben bereits erkennbare Fensterl an. Nachdem auch ein Zugang vom Geiselsteinsattel dazukommt, holt man unterhalb der Verschneidung deutlich nach links aus und erreicht über nicht ganz einfaches Schrofengelände, zuletzt mit einer Rechtstraverse an
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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