Höher geht’s nimmer – jedenfalls nicht im Einzugsgebiet dieses Tourenführers! Erstaunlich, dass ausgerechnet der höchste Berg der wilden Zillertaler Alpen mit verhältnismäßig moderaten Anforderungen zu erklimmen ist. Auf Wanderniveau bezogen muss die Tour zwar als »schwarz« deklariert werden; der Anstieg wird im Sommer jedoch häufig komplett eisfrei und ist dann auf weithin steigähnlich ausgetretenen Spuren ohne größere Hürden zu vollziehen. Manchmal bleibt allerdings zuoberst auch eine Firnschneide zurück, die früher das Erkennungsmerkmal des Berges bildete. Es kommt halt ganz auf die Verhältnisse an, ob sich der Hochfeiler als »wanderbarer« Dreitausender präsentiert oder noch spürbaren Hochtourencharakter aufweist. Hochalpin dramatisch bleibt in jedem Fall das Gipfelerlebnis, das Tiefblicke auf zerrissene Gletscher genauso einschließt wie die weite Schau über Tiroler Lande, vom Ortler bis zum Großglockner.
Von der Hochfeilerhütte, 2710 m, scharf links zu einem Schrofenriegel, der mit Drahtseilhilfe hinauf zur Gratkante erstiegen wird. Dieser Südwestgratausläufer des Hochfeilers ist vorerst wenig ausgeprägt – auf erdigen, teilweise etwas verzweigten Steigspuren kommt man meist in moderater Steigung voran. Ab und zu schiebt sich gröberer Blockschutt dazwischen. Auf knapp 3200 Meter Höhe erreichen wir eine markante Verflachung; kurz darauf mündet der nicht gut signalisierte und mittlerweile zu meidende Zustieg von der Edelrauthütte ein. In aufsteilendem Gelände geht es hinauf zum oberen Gratrücken – leicht felsig durchsetzt, aber stets auf deutlichen Steigspuren – und dann an den eventuell überfirnten Schlussgrat heran. Entweder direkt entlang der Schneide oder gegebenenfalls knapp rechts ausweichend in ausgeapertem Gelände zum Gipfel des Hochfeilers, 3509 m. Der Abstieg verläuft auf derselben Route.
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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