Himmelreich - Hinterwaldkopf - Hinterzarten
Eine Zugfahrt mit der Höllentalbahn entlang steiler Felsfluchten und über das Ravennaviadukt hat heutzutage einen hohen Erlebnisgehalt. Im Mittelalter stellte die Schlucht hingegen ein problematisches und gefährliches Verkehrshindernis dar. Überfälle, unter anderem von Raubrittern der Burg Falkenstein, erschwerten die Passage zusätzlich. Der traditionelle Weg der Händler zwischen Freiburg und den Schwarzwaldhöhen verlief daher über Wagensteig und Sankt Märgen. Zunehmende Bedeutung erfuhr das Falkensteiner Tal ab dem Hochmittelalter, als die Zähringer den Weg ausbauten und später Sankt Gallener Mönche hier entlang nach Freiburg kamen. Während der habsburgischen Herrschaft über den Breisgau (1368 bis 1806) wurde das Tal ein Abschnitt der Linie Wien – Paris, die Posthalde zum Pausenplatz der österreichischen Briefzusteller. Der Begriff Höllental trat erst viel später auf. Er geht auf französische Truppen zurück, die im 17. Jh. dem Falkensteiner Tal den Namen Val d‘Enfer, Höllental, gaben, was sich bis heute gehalten hat. An der schmalsten Stelle soll der Legende nach ein Hirsch durch einen gewaltigen Sprung über die Felsen seinem Jäger entkommen sein.
Am Bahnhof in Himmelreich, 455 m, unterqueren wir die Höllentalstraße (B 31) und folgen links der gelben Raute zur Unteren Blechschmiede. Hier beginnt der Waldaufstieg entlang von Pfaden und Forststraßen durch ausgedehnte Fichtenbestände zur Wegespinne am Holzeck, 722 m, wo die blaue Raute die Routenführung übernimmt. Der steinige Weg leitet recht steil hinauf zum Almgasthof Höfener Hütte, 980 m, und als attraktiver Pfad weiter in den Rotecksattel. Eine aussichtsreiche Wiesenpassage führt zum Gipfel des Hinterwaldkopfs, 1198 m, wo sich ein beeindruckendes 360°-Panorama öffnet.Der Weiterweg hinab zur Einkehrmöglichkeit in der beliebten Hinterwaldkopfhütte, 1175 m, nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, danach leitet der mit der gelben Raute beschilderte Dr.-Ganter-Weg als breite Forststraße zum gleichnamigen Wegweiser. Als traumhafter Wald- und Wiesenweg senkt sich die Route zur Weißtannenhütte, ehe ein kurzer Gegenanstieg am Weberhansenkreuz, 950 m, auf die Fahrstraße Hinterzarten –
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Autor
Matthias Schopp
Seit 25 Jahren ist Matthias Schopp zu Fuß in den Bergen unterwegs – Wandern, Bergsteigen und Skifahren sind seine großen Leidenschaften. Er stand bereits auf 30 Viertausendern in den Alpen und hat Expeditionen in die Anden, den Kaukasus und andere Gebirge der Welt unternommen. In seiner Wahlheimat, dem Schwarzwald, ist er wann immer es ihm möglich ist draußen unterwegs. Matthias Schopp (Jahrgang 1982) ist Lehrer in einem Gymnasium im Hochschwarzwald und lebt in Kirchzarten, Baden-Württemberg.

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