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Heilbronner Weg

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Rolf Wiechert
  • Wanderung im Allgäu: Heilbronner Weg
    Wanderung im Allgäu: Heilbronner Weg
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    Der Heilbronner Höhenweg verläuft im hochalpinen Gelände der Allgäuer Alpen. Dabei führt er durch felsiges, ausgesetztes Gelände oder direkt über den steinig-luftigen Grat des zentralen Allgäuer Hauptkammes. In ausgesetzten oder steilen Abschnitten sind weitgehend (!) Stahlseilsicherungen vorhanden. Nord- bzw. schattenseitig sind auch über den Sommer Altschneefelder möglich. Eine Begehung des Heilbronner Weges nimmt zwischen 2 und 3 Tage in Anspruch.
    schwer
    Strecke 39,7 km
    14:28 h
    2.554 hm
    2.554 hm
    2.606 hm
    824 hm

    Einer der großartigsten alpinen Höhenwege trägt den Namen der Stadt Heilbronn. Obwohl dieser Felssteig nur ein kleines Teilstück des weit ausgedehnten Wegnetzes der Allgäuer Alpen darstellt, ist diese Route in Bergsteigerkreisen wohlbekannt.Der Talort für die zwei- bis dreitägige Hochgebirgswanderung ist Oberstdorf. Von dort aus ist der Marsch nach Einödsbach oder Spielmannsau, die beiden Ausgangspunkte für eine Begehung von der deutschen Seite her. Holzgau und Lechleiten im Lechtal sind Orte für den Aufstieg von der österreichischen Südseite. Es ist in jedem Falle zweckmäßig, schon am Tage vorher zu einer der im "Heilbronner Weg" - Gebiet liegenden Alpenvereinshütten aufzusteigen: Rappenseehütte oder Kemptner Hütte, der gebräuchlichste Aufstieg ist der zur Rappenseehütte. Er führt über die Linkersalpe in ca. 6 Std. von Oberstdorf aus zu der im Jahre 1965 großzügig erweiterten Hütte. Sie liegt idyllisch eingebettet in einem Kessel beim Rappensee.Eine stets lohnende Tour von hier aus zum Biberkopf (2602 m), einem herrlichen Aussichtsberg. Dieser südlichste Grenzgipfel Deutschlands wird jährlich bei der in der ersten Septemberwoche durchgeführten 4-tägigen Sektionswanderung in das Programm miteinbezogen. Am kreuzgeschmückten Gipfel genießt man eine gewaltige Fernschau über die deutsche, österreichische und schweizer Bergwelt, während direkt am Fuß des Berges das Lechtal über einige Kilometer überblickt werden kann. Dieser Aufstieg ist für alle Bergfreunde ein stets bleibendes Erlebnis. Zurückgekehrt zur Hütte beschließt ein Blick vom Kreuz am Rappensee auf die Lichter von Oberstdorf einen erlebnisreichen Tag.

    Zum Heilbronner Weg geht es hoch zur großen Steinscharte (2262 m), zwischen Rotgund- und Hochgundspitze. Durch ein weites trümmergefülltes Kar und durch einen nassen, oft vereisten, aber drahtseilgesicherten Kamin kommt man zum Ausgangspunkt des berühmten Weges. Hier allerdings ist gleich eine Entscheidung zu treffen, während der Heilbronner Weg nach links führt, zweigt nach rechts der Weg zum Hohen Licht ab. Mit 2652 m ist dieser Gipfel der höchste Punkt im Bereich des Heilbronner Weges. Bei klarer Sicht und wenn man Zeit und Muße hat, ist eine Besteigung stets zu empfehlen.Nach dem Abstecher aufs Hohe Licht geht es wieder auf dem gleichen Weg zurück bis zur Wegeteilung am kleinen Schneefeld, wo nun der eigentliche Heilbronner Weg beginnt. Die Durchschreitung einer engen Felsspalte, das "Heilbronner Törle", die Erklimmung der eisernen Leiter am Steinschartenkopf und die ständige Aussicht auf ein unermeßliches Gipfelmeer, schenken dem Bergwanderer immer neue Eindrücke. Man sieht von diesem kühn angelegten, gut gesicherten Steig, auf Schritt und Tritt die herrlichsten Bilder einer wilden, felsenstarrenden Natur.Vom Steinschartenkopf (2615 m) führt der Weg, am Wilden Mann vorbei, hinunter in die Socktalscharte (2446 m). Von hier führt ein Abkürzungsweg durch das hintere Bockkar direkt abwärts zum Waltenbergerhaus (geschlossen seit 2015) (1 Std.). Mit der Ersteigung des Bockkarkopfes, dessen Fernblick mit jenem des Hohen Lichts wetteifert, hat man wieder eine Höhe von 2608 m erreicht. In der Bockscharte (2523 m), östlich des Bockkarkopfes endet der Heilbronner Weg. Ein eindrucksvoller Pfad durch die Felswildnis des kalkalpinen Hoch- und Ödlandes.

    Über das Waltenbergerhaus kann man in drei Stunden nach Einödsbach absteigen. Dieser Abstieg ist nicht nur kürzer als der Weiterweg zur Kemptner Hütte, sondern auch sehr interessant. Der drahtseilgesicherte Felssteig durchs "Wändle" führt in das wildromantische, meist mit Lawinenresten gefüllte "Bacher Loch".Hat man jedoch noch einen Tag Zeit, so lohnt sich der Gang zur Kemptner Hütte. In steilen Windungen geht es wieder hinauf zur Bockkarscharte und dann fast eben an der Südseite der Hochfrottspitze vorbei zum Mädelegabel-Ferner. Die Besteigung der Mädelegabel (2645 m) kann zeitlich gut eingefügt werden. Der Auf- und Abstieg in unschwieriger Kletterei erfordert etwa 1 Stunde.Auf dem Gipfel hat man dicht vor sich die spitze Nadel der Trettachspitze, und wenn man genauer hinsieht, kann man meist auf einer der Kletterführen eine Seilschaft bei der "Arbeit" beobachten. Zurückgekehrt zum Ferner führt der Weg rechts im Bogen leicht hinab; zuerst durch grobes Blockwerk, dann ziemlich eben über Mergelboden, vorbei an einem kleinen Bergsee zur Schwarzen Milz. Nach einem idyllischen Weg durch blumenreiche Matten geht es abwärts zum Mädelejoch und weiter links zur Kemptner Hütte. Von dort steigt man durch den Sperrbachtobel nach Spielmannsau ab und erreicht nach 2 Stunden Marsch durchs Trettachtal wieder die Talstation Oberstdorf.Die große Länge und zuweilen exponierte Höhenlage des "Heilbronner Weges" machen alpine Erfahrung, zumindest aber gute Ausrüstung, vor allem Bergstiefel und Wetterschutz, unerlässlich. Ein Wettersturz in jenen Höhen kann einen unerfahrenen "Spaziergänger" in schwere Gefahr bringen. Es empfiehlt sich daher, auf das Wetter zu achten und auf den Rat der Hüttenwirte zu hören.Die beste Zeit für diese Bergtour ist Anfang Juli bis Ende September. Der Weg ist sehr beliebt und an den Wochenenden quellen die Hütten von Besuchern beinahe über. Da sich hier meist nur gleichgesinnte Menschen zusammenfinden, herrscht dann trotz der Enge Eintracht und Gemütlichkeit und mancher gelungene Hüttenabend entstand aus dem Stegreif.Auf dem Heilbronner Weg kommt auch der Nichtkletterer dank geschickter Wegeführung, zahlreicher Drahtseilsicherungen (etwa 300 m) und einer solid gebauten Eisenleiter zu einem reichen Gipfelglück. Eine üppige Alpenflora und ein reicher Bergwildbestand, besonders Gemsen und Murmeltiere, machen manche Rast zu einem besinnlichen Abenteuer. Die Sektion ist stolz auf diesen Höhensteig, der den Namen der Stadt Heilbronn trägt, und es ist eine Ehrenpflicht für sie den Weg zu erhalten, damit ihn noch viele Bergfreunde sicher begehen können.

    Schwierigkeit
    schwer
    Gesamtschwierigkeit
    schwer

    Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

    Erlebnis
    Landschaft
    Höchster Punkt
    2.606 m
    Tiefster Punkt
    824 m
    Beste Jahreszeit
    Jan
    Feb
    Mär
    Apr
    Mai
    Jun
    Jul
    Aug
    Sep
    Okt
    Nov
    Dez

    Wegearten

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    Sicherheitshinweise

    Für eine Begehung des Heilbronner Höhenweges ist über die alpinen Grundvoraussetzungen hinaus, Trittsicherheit, absolute Schwindelfreiheit, eine gute alpine Kondition und alpine Erfahrung Voraussetzung! Alpine Erfahrung ist insbesondere in Bezug auf das Wetter und das Passieren von Altschneefeldern im hochalpinen Gelände erforderlich! Die Mitnahme eines Helmes ist empfehlenswert.

    Wegbeschreibung

    Beschreibung der Tour:

    1.Tag (Freitag, Anfahrt)

    Treffpunkt: 10.00 Uhr, Parkplatz Fellhornbahn (Richtung Birgsau).

    Von hier führt unser Weg zunächst auf einem Forstweg nach Einödsbach und weiter über einen schmalen Fußweg über die Peters-Alpe zur Enzianhütte (1.779 m). Nach einer wohlverdienten Pause wird der Aufstieg immer steiler bis wir unser heutiges Etappenziel, die Rappenseehütte (2.091 m) erreichen.

    2.Tag (Samstag)

    Der sehr abwechslungsreiche Weg führt uns zunächst von der Rappensee Hütte über die Große Steinscharte hinauf zum Hohen Licht (2.651 m). Von dort genießen wir den Ausblick auf die Allgäuer- und Lechtaler Alpen. Weiter geht es durch den engen Spalt des „Heilbronner Törle“ zur Kleinen Steinscharte und weiter über die „Leiter“ zum „Wilden Mann“, der durch griffige Drahtseile gesichert ist. Kurz darauf erreichen wir die Socktalscharte. Wir bleiben auf dem Hauptkamm und überschreiten auf einem raffiniert angelegten Steig den Bockkarkopf (2.609 m) bis zur Bockkarscharte (2.504 m), wo der eigentliche Heilbronner Weg zu Ende ist. Wir steigen durch das steile Bockkar zum neu erbauten Waltenberger Haus (2084 m) ab. Dort wurden sogar schon Steinböcke auf der Terrasse gesichtet.

    3.Tag (Sonntag, Rückfahrt)

    Vom Waltenberger Haus (2.084 m) steigen wir zunächst wieder zur Bockkarscharte auf. Unsere Route führt uns weiter über die „Schwarze Milz“, den einzigen Gletscher des Allgäus, und das Westliche Mädelejoch (1.973 m) zur Kemptner Hütte. Nach einer ausgiebigen Rast geht es durch den Sperrbachtobel hinunter in die Spielmannsau (1.002 m). Ankunft in Oberstdorf ca. 16.00 Uhr.

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    Koordinaten

    DD
    47.352514, 10.263454
    GMS
    47°21'09.1"N 10°15'48.4"E
    UTM
    32T 595420 5245112
    w3w 
    ///kehle.bewachsenen.ansehnlichen
    Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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    Ausrüstung

    Alpine Wanderschuhe mit Knöchelüberdeckung und dem Gelände angepassten Laufsohlen. 
    Wünschenswert sind auch passende Wandersocken, die in entsprechendem Schuhwerk Blasenfreiheit bzw. Zirkulation gewährleisten.

    Funktionskleidung für den Alpinen Bereich im Zwiebel-Look. Da es eigentlich alle Wettersituation gibt, auch im August möglich, stehen Wärme, sehr gute Wassersäulen Werte, leichtes Gewicht, flexibles aus- und anziehen im Vordergrund. Kurze Hosen sind nicht optimal, aber bei Aussicht auf ein sonniges Erlebnis zwingend. Ansonsten sind leichte Wanderhosen, die optimal auf Kurz umstellbar sind, die beste Wahl.

    Die Funktionskleidung muss nicht in 2-facher Ausführung mitgenommen werden, nur eventuell die Unterwäsche. Ein Sockenwechsel kann schnell zur Blasengefahr werden :)

    Sonnenbrille ist fast Pflicht, schon aus Gründen der Schneeflächen die auch im August noch da sind. Schweißband bzw. Kopfbedeckung aus Stoff etc, ist aus Gründen des Wasserverlustes, hilfreich um den Schweiß nicht in die Augen zu bekommen. 

    Wer aus Sicherheitsgründen möchte, kann auch einen Helm und einen Klettergurt (Anbindung an diverse Seilversicherungen) mitnehmen, ist aus meiner Sicht an manchen Stllen, bei fehlender Erfahrung auch wichtig. 

    Absolute Pflicht sind Bergstöcke mit Höhenverstellung. 

    Ein Rucksack mit Tragesystem um den Rücken zu entlasten und natürlich eine Zirkulation zu fördern. Mit Trinsackausgang ist sehr wichtig und natürlich vielen Fächern für die Unterbringung der wichtigen Gegenstände wie Geldbeutel, Smartphone, GPS Gerät, etc. Wichtig sind auch Möglichkeiten die Wanderstöcke anbringen zu können, um kleiner Klettereien auch ohne Stöcke durchzuführen. Regenschutz ist manchmal ratsam und meistens dabei ;) 

    Ein Trinksack mit mindestens 2-3 l Fassungsvermögen ist Pflicht, da ein Flaschengebrauch schon wegen dem Trinkvorgang an manchen Stellen auch gefährlich werden kann. Hier eigenen sich manchmal Zusätze wie Magnesium, etc. für die Muskelkater Vermeidung. Ansonsten klares Wasser, ohne Kohelsäure (wäre nicht der erste Sach der geplatzt ist).
    Man kann den Sack jeweils an den Hüten sehr einfach auffüllen.

    Kleine Apotheke, sowie Hüttenschlafsack, Hüttenschuhe, Bad Utensilien, Seiden Handtuch für die Dusche bzw. den Rest, kleine Abfalltüten.
    Keine Schmerzmittel vergessen, ob kleine Verletzungen, Kopfweh, etc. sehr hilfreich. 

    Sonnen Creme nicht vergessen!!! Hoher Lichschutzfaktor und wasserbeständig.

    Proviant kann fast alles sein, aber auf jeden Fall ein paar Müsliriegel. Obst wird sehr leicht verdrückt und Bratwürtse etc. sind meistens sehr schwer verdaulich. Traubenzucker und andere Zusätze sind sehr hilfreich. 

    Ein GPS Gerät ist sinnvoll, aber keine Pflicht. Auch Health Uhren mit Blutdruck & Puls Messung sind sehr filfreich. Smartphone mit Akku Pack und Ladekabel für die Hütten. 
    Karte reicht manchmal auch. 

    Handschuhe (fingerfrei) sind wegen den teils rostigen Seilversicherungen ebenfalls ratsam.


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    Schwierigkeit
    schwer
    Gesamtschwierigkeit
    schwer

    Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

    Strecke
    39,7 km
    Dauer
    14:28 h
    Aufstieg
    2.554 hm
    Abstieg
    2.554 hm
    Höchster Punkt
    2.606 m
    Tiefster Punkt
    824 m
    Rundtour Einkehrmöglichkeit Geheimtipp

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