Aus Furcht vor dem alemannischen Herzog Gunzo flüchtete Gallus um das Jahr 614 nach Rätien, wo Gunzo keine Macht hatte. Die Grenze markierte im Rheintal der Hirschensprung; südlich davon lag Rätien, nördlich Alemannien. Auf welchem Weg sich Gallus in Sicherheit brachte, wissen wir nicht genau. In seiner Lebensbeschreibung ist als erster Ort auf rätischem Boden Sennwald erwähnt (silva vocata Sennius), der Zielort unserer Wanderung.
Startpunkt der Tour ist Eichberg, von wo aus wir bald in den Weiler Hard gelangen, wo seit dem 18. Jahrhundert eine Galluskapelle steht. Bis zum Hirschensprung, der ungefähr auf halber Wegstrecke liegt, wandern wir auf dem »Rheintaler Höhenweg«. Der zweite Streckenabschnitt folgt dem Rheintaler Binnenkanal, wo sich im frühen Mittelalter wohl noch vorwiegend sumpfiges Gebiet erstreckte. Erst gegen Sennwald hin steigt das Gelände wieder etwas an. Die Kirche von Sennwald war einst dem heiligen Gallus geweiht, wohl in Erinnerung an dessen Flucht nach Rätien.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Wegbeschreibung
Von der Busstation »Eichberg, Dorf« aus sind es nur wenige Meter bis zur nächsten Straßenkreuzung und dem Wegweiser von Wanderland Schweiz: »Eichberg Dorf 529 m«. Unser Zielort, Sennwald, ist hier bereits ausgeschildert. Die angegebene Marschzeit liegt mit 4h 50min allerdings gut eine Stunde höher als die von uns geplante. Das liegt daran, dass die ausgeschilderte Strecke auf ihrer gesamten Länge dem »Rheintaler Höhenweg« (Wanderroute 86) folgt, wir jedoch zwischen Rüthi und Sennwald den weniger anstrengenden Wanderweg am Rheintaler Binnenkanal nehmen werden.
Zunächst folgen aber auch wir der Wanderroute 86 Richtung Kristallhöhle, Plona und Sennwald, dem »Rheintaler Höhenweg«. Bald zweigt der Wanderweg rechts von der befestigten Straße ab und führt zum Auerbach und in den Weiler Oberau hinunter. Dort folgen wir – immer auf der Wanderroute 86 – der Fahrstraße Richtung Hard, unserem ersten Zwischenziel. Die Kapelle Sankt Gallus liegt zwischen Bauernhöfen direkt am Wanderweg und ist in der Regel geöffnet. Neben dem Deckengemälde mit einer Szene aus dem Gallusleben (von Franz Vettiger, 1846–1907) sind vor allem die drei Rokoko-Altäre erwähnenswert, die ursprünglich aus der Wallfahrtskapelle Heiligkreuz in St. Gallen stammen.
Nach der Galluskapelle im Hard ist unser nächster Orientierungspunkt die Kristallhöhle (Kobelwald), die ebenfalls direkt an unserer Wanderroute liegt. Etwa 100 Meter nach der Galluskapelle geht der Weg links und eröffnet einen schönen Blick zurück auf die Kapelle und das nördliche Rheintal. Vor dem Holzschopf beim Waldeingang nehmen wir die Schotterstraße rechts und folgen dabei weiterhin den Wegweisern zur Kristallhöhle. Zusätzlich zu den gelben Wegweisern von Wanderland Schweiz ist die Kristallhöhle auch auf Holztafeln ausgeschildert. Der Aufstieg zur Kristallhöhle, bei dem auf 2,3 Kilometern rund 130 Höhenmeter zu überwinden sind, verläuft im Wald, teils auf Teer- und teils auf Schotterstraßen.
Die Kristallhöhle kann in der warmen Jahreszeit im Rahmen von Führungen besucht werden. Jeweils am Sonntag und während den Sommerferien im Kanton St.Gallen ist nachmittags keine Voranmeldung nötig. Eine Führung dauert rund 25 Minuten, liegt auf unserer Wanderung also durchaus drin. Oberhalb des Höhleneingangs gibt es einen frei zugänglichen Grillplatz.
Nach der Kristallhöhle führt der Weg hinunter nach Kobelwald, wobei wir immer auf dem »Rheintaler Höhenweg« Richtung Plona und Sennwald bleiben. Das Siedlungsgebiet von Kobelwald wird auf einem Trampelpfad durch die Wiesen umgangen, wobei ein Abstecher ins Dorf mit seiner spätbarocken Pfarrkirche St. Sebastian keinen größeren Umweg bedeuten würde.
Der »Rheintaler Höhenweg« führt jetzt vorbei an den Wegweisern »Steig 500 m« sowie »Steig 526 m« und dann hinunter in den Weiler Rehag. Dort halten wir rechts Richtung Plona und Sennwald und gelangen über eine Weide zum Blosenberg. Von hier überblicken wir die Rheinebene gegen Süden und damit jenen Teil des Rheintals, der im frühen Mittelalter noch zu Rätien gehörte.
Der Wanderweg führt nun ganz hinunter in die Rheinebene, ins Industriegebiet von Rüthi. Nach dem Überqueren der Staatsstraße gelangen wir auf einen Gehweg und zu einem Wegweiser, dem wir linkerhand Richtung Zoll Oberriet und Meiningen folgen. Damit verlassen wir den »Rheintaler Höhenweg« und setzen unsere Wanderung im vorwiegend flachen (und sonnigen) Gelände fort. Nach einem knappen halben Kilometer gelangen wir zur Muttergotteskapelle am Hirschensprung, die 1778 zum Dank für ein gesund geborenes Kind gestiftet wurde. An der Wegkreuzung vor der Kapelle steht der Wegweiser »Hirschensprung 428 m«, dem wir Richtung Rüthi Bahnhof und Lienz folgen. Nach der Brücke über den renaturierten Rheintaler Binnenkanal geht es rechts weiter. Der Wanderweg verläuft nun etwa dreieinhalb Kilometer weit auf der linken Kanalseite stromaufwärts und wechselt dann unter der Brücke des motorisierten Verkehrs auf die rechte Seite, wo auch der Radweg verläuft. Dabei kommen wir durch das Dorf Rüthi, das im Mittelalter zum rätischen Kloster Pfäfers gehörte. Beim Bahnhof erhebt sich der St. Valentinsberg mit der Pfarrkirche von Rüthi.
Zurück auf der rechten Seite (stromaufwärts) des Rheintaler Binnenkanals gehen wir beim Wegweiser »Lienz Viadukt 428 m« Richtung Lienz und gelangen zunächst zum Kraftwerk Lienz und dann zur idyllischen Rillisdammschleuse. Auch hier folgen wir dem Weg nach Lienz, zunächst über eine Wiese, dann durch ein kleines Wäldchen. Bei der nächsten Verzweigung ist der Wanderweg nach Sennwald in linker Richtung ausgeschildert. Wir folgen ihm rund einen Kilometer weit bis zur nächsten größeren Rechtskurve, wo wir unseren Weg zur reformierten Kirche Sennwald über einen Trampelpfad abkürzen können. Durch ein Eisentor betreten wir den Kirchhof; die Kirche selber ist über den Nebeneingang beim Turm in der Regel zugänglich.
Bis zur Bushaltestelle Sennwald Kirche sind es jetzt nur noch wenige Schritte. Sie liegt direkt beim Kirchen- und Friedhofsparkplatz an der Hauptstraße. Die Haltestelle liegt auf der Busstrecke Buchs–Altstätten, so dass wir in beide Richtungen an einen Bahnhof der SBB gelangen.
Öffentliche Verkehrsmittel
mit Bahn und Bus erreichbar
Vom Bahnhof Altstätten SG mit dem Bus nach Eichberg, DorfKoordinaten
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