Der Talbereich des Sás-Bachs, der sich bei Hetvehely an der Grenze von Mecsek und Zselic in das Mecsek-Gebirge erstreckt, birgt besondere kulturhistorische Spannungen. Wir beginnen unsere Wanderung auf einem selten begangenen, wilden Lehrpfad, auf dem neben einer stimmungsvollen Quelle auch Informationstafeln und Waldspiele zu finden sind. Am Wendepunkt der Strecke steht ein Baumkronenpfad und wir können sogar die Geschichte der Toiletten kennenlernen!
Die touristischen Entwicklungen im vielleicht weniger bekannten Sás-Tal im Westen des Mecsek-Gebirges begannen nach der Jahrtausendwende, als die Cigány-Quelle, das Denkmal der ehemaligen Zigeunersiedlung und das Waldhaus, die Unterkunft und Ausbildungsbasis der Mókus Suli Forstschule der Mecsekerdő Zrt., errichtet wurden, die 2014 die Ökohaus-Zertifizierung erhielt. Der Baumkronenpfad wurde 2017 eröffnet und war die erste Anlage dieser Art in Südtransdanubien. Leider ist sein Zustand inzwischen schlecht, sodass er gesperrt wurde, es lohnt sich aber trotzdem, das interessante Bauwerk von unten anzusehen.
Wald voller Schätze
Entlang der Südseite des Tals führt der Lehrpfad "Wald voller Schätze", den wir auch auf dieser Tour komplett durchwandern. Der Pfad verläuft an manchen Stellen dicht bewaldet eben, kreuzt Wasserläufe, die für die wilden Täler des Mecsek charakteristisch sind, welche den Sás-Talbach und den Petőczi-Graben speisen. Wenige zehn Meter weiter erreichen wir wieder offenere Bereiche – solche Abschnitte wechseln in der ersten Hälfte der Tour ab. Unsere Route bietet trotz ihrer Kürze eine sehr abwechslungsreiche Querschnitt durch die Wälder des Mecsek. Von der reichen Untervegetation verlangsamte sich unser Tempo an manchen Stellen, und die Markierungen sind auf den etwas vernachlässigten Wanderwegen mitunter schwer zu verfolgen.
Neben dem Baumkronenpfad beim Waldhaus finden sich weitere Sehenswürdigkeiten. An mehreren Infotafeln liest man über die Abwasserbehandlung und noch interessanter über die Geschichte der Toiletten. Zu Demonstrationszwecken wurden in ein in die Landschaft integriertes Holzgebäude drei klassische Plumpsklos mit der entsprechenden Gebrauchsanleitung installiert: Auf das Resultat streuen wir zwei Handvoll Holspäne! Die Holspäne werden vom Betreiber mitgeliefert – allerdings waren bei unserem Besuch alle Behälter leer.
Auch für Kinder interessant
Unsere einfache und für Kinder leicht zu bewältigende Rundwanderung führt am Hang des Tals auf dem Lehrpfad zum Waldhaus und anschließend auf dem Forstweg zurück zur Grenze Hetvehelys zum Parkplatz oder Bahnhof. Hier gibt es sogar zwei Sehenswürdigkeiten: das Denkmal der Zigeunersiedlung und das Denkmal des mittlerweile verschwundenen Dorfes Erszék. Die Tour bietet somit kulturelle und historische Highlights sowie einen kleinen Vorgeschmack auf die Vielfalt des Mecsek-Waldes.
Die detaillierte Tourbeschreibung ist im Menüpunkt Wegbeschreibung zu lesen.
Autorentipp
- Auf der Tourstrecke gibt es nur an der wechselnden Wasserquelle Cigány-Quelle Trinkmöglichkeiten, deshalb ist es ratsam, entsprechend Flüssigkeit mitzunehmen.
- Da die Strecke auch selten begangene Wanderwege beinhaltet, können sehr zugewachsene und mit umgestürzten Bäumen erschwerte Abschnitte vorkommen.
- Die gewölbte Konstruktion der Bachbrücke bei der Cigány-Quelle kann auch bei trockenem Wetter rutschig sein.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Sicherheitshinweise
- Der Baumkronenpfad ist im Sommer 2024 geschlossen!
Wegbeschreibung
Reiseverlauf
- Vom Parkplatz starten wir auf dem P◼ markierten Weg in Richtung Bahnhof.
- Hier biegen wir am Holzschild links ab in Richtung Cigány-Quelle und wandern auf dem nicht markierten Abschnitt des Lehrpfades bis zur Cigány-Quelle.
- Von der Quelle folgen wir dem P● Markierung bergauf bis zur Abzweigung.
- An der Abzweigung biegen wir links ab auf die P↺ Markierung, der wir bis zur nächsten Abzweigung folgen.
- Wir biegen rechts ab auf den P+ markierten Wanderweg, dem wir bis zur nächsten Abzweigung nach dem Waldspielplatz folgen.
- Links abbiegen auf den Weg mit der K◼ Markierung, der zum Waldhaus führt.
- Zum Baumkronenpfad gelangen wir rechts auf der S↺ Markierung (anschließend gehen wir zurück).
- Zum Parkplatz gelangen wir zurück dem P◼ markierten Forstweg folgend.
Detaillierte Tourbeschreibung
Die aufgegebene Zigeunersiedlung
Am Eingang des Sás-Tals weisen die Schilder von Mecsekerdő den richtigen Weg, aber auch das Folgen der P◼ Markierung führt ans Ziel. Wenn du mit dem Auto kommst, fahre bis zum angelegten Parkplatz, der beim Zigeuner-Denkmal eingerichtet wurde. Die inzwischen verschwundene Zigeunersiedlung entstand in den 1950er Jahren aus den Hütten der sich ansiedelnden Zigeunerfamilien entlang des Forstweges. Die Männer arbeiteten in der Forstwirtschaft und den nahegelegenen Bergwerken, ihre finanzielle Lage verbesserte sich nach und nach. Mit tatkräftiger Unterstützung der Hetvehelyer konnten bis 1990 alle Familien in reguläre Häuser in Hetvehely umziehen, sodass die Siedlung aufgelöst wurde. An ihrer Stelle stehen ein Gedenkpfahl und ein Rad-Denkmal.
Von hier gehen wir etwas zurück bis zum Holzschild mit der Aufschrift Cigány-Quelle. Der Lehrpfad zweigt eigentlich 100 Meter früher von der Straße ab, aber wir sollten ihm nicht folgen, da er unserer Tour nichts hinzufügt und wir so zwei Infotafeln und den Kiefernwald verpassen würden!
Von der Straße biegen wir auf den unmarkierten Pfad ab, der in einen dichten, stimmungsvollen Kiefernwald führt. Bald erreichen wir einen Bach, den eine gewölbte Holzbrücke überspannt. Bewege dich hier sehr vorsichtig, da sie auch bei trockenem Wetter rutschig sein kann! Auf der anderen Bachseite befinden sich eine Raststelle und die Cigány-Quelle, die über einige erbaute Stufen erreichbar ist. Bei der Quelle mit einer Förderleistung von 1/4–6 Litern pro Minute lohnt es sich, Wasser zu tanken, denn später gibt es keine Möglichkeit mehr dazu. Die Quelle wurde 2000 von der Hetvehelyer Forstverwaltung mit einem Naturstein eingefasst.
Das Waldhaus und die Toiletten
Vom Cigány-Quelle folgen wir dem ausgeschilderten Weg mit der P● Markierung bis zum Lehrpfad, auf dem wir links der P↺ Markierung folgen. Es lohnt sich, bei den Infotafeln zu verweilen, auch wenn einige von ihnen leider in einem sehr schlechten, funktionsunfähigen Zustand sind. Entlang der Strecke wurden auch einige Waldspiele installiert, die in wechselndem Zustand die letzten zwei Jahrzehnte überstanden haben.
Der Lehrpfad führt in Richtung des ehemaligen Dorfs Erszék zur Straße, aber wir wählen diesen Weg nicht: An der Kreuzung mit dem P+ markierten Wanderweg biegen wir rechts ab und folgen diesem von da an. Der bisher gut begehbare, breite Wanderweg verwandelt sich stellenweise in einen schwer zu verfolgendem Pfad, der mal durch dichte Untervegetation, mal indem er kleinere oder größere umgestürzte Bäume umgeht, führt. Der P+ Weg folgt auf Höhe dem Hang des Mecsek-Gebirges. An den „regelmäßig“ einmündenden Wasserläufen können die Schuhe auch nass werden. Das Ende des abwechslungsreichen Weges markiert die Abzweigung des K◼ markierten Weges, wo wir nach links zum Waldhaus abbiegen, das wir nach 200 Metern erreichen.
Neben dem als Unterkunft genutzten Haus erwarten die Besucher mehrere Sehenswürdigkeiten. Hinter einer zum Teil interaktiven Ausstellung zur Entwicklung von Toiletten und Abwasserreinigung (entlang des S↺ Weges) bietet der im Juni 2017 eröffnete Baumkronenpfad auf 6 Metern Höhe und 50 Metern Länge einen Einblick in die Baumkronen - der erste seiner Art in Südtransdanubien. Leider ist die Anlage seit der Eröffnung in einem schlechten Zustand, eine Renovierung ist nötig, weshalb sie im Sommer 2024 für Besucher gesperrt ist. Der Baumkronenpfad ist dennoch von unten beeindruckend und auf jeden Fall sehenswert. Ebenfalls interaktiv ist die Kinderhöhle, in die Kinder in der Größe von Fledermäusen, Meisen- und Storchennestern kriechen können, um das Füttern der Jungen zu erleben.
Zurück im Tal
Wir verlassen die Sehenswürdigkeiten rund ums Waldhaus und kehren auf dem mit P◼ markierten Forstweg zurück zum Parkplatz. In der Nähe passieren wir das ehemalige Dorf Erszék, an das heute nur noch ein Kreuz und eine Informationstafel auf der linken Straßenseite erinnern. Das Árpád-Zeitalter Dorf war im 14. Jahrhundert schon ein Dorf mit Kirche, wurde jedoch während der Türkenzeit entvölkert und später nie wieder besiedelt. Das Kreuz erinnert an die dem Heiligen Martin geweihte Kirche.
Direkt neben dem Parkplatz befinden sich ein Rad und zwei Gedenkpfähle als Erinnerung an die Zigeunersiedlung im Sás-Tal; eine Tafel teilt den Vorbeikommenden Fotos und Informationen mit.
Öffentliche Verkehrsmittel
mit Bahn und Bus erreichbar
- Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Bahnhof Hetvehely der bequemste Ausgangspunkt.
- Die nächstgelegene Bushaltestelle ist Hetvehely, Ady Endre utca.
Suche Fahrplan zum Zielort
Anfahrt
- Vom Bahnhof aus folgt man der ab dort startenden P◼ Markierung, um zum Lehrpfad zu gelangen (900 m, 20 m Höhenunterschied).
- Von der Bushaltestelle aus folgt man der K▲ Markierung bis zum Bahnhof, von dort der P◼ Markierung bis zum Startpunkt (1,8 km, 20 m Höhenunterschied).
Parken
- Von der Straße Nr. 6605 biegt man ins Sás-Tal ab. Nach 1,3 km erreicht man einen angelegten Parkplatz (Startpunkt der Tour).
Koordinaten
Kartenempfehlungen des Autors
- Beliegige Mecsek-Wanderkarte
Ausrüstung
Grundlegende Wanderausrüstung: Wanderschuhe oder Wandersneaker, der Jahreszeit entsprechende Kleidung, Trinkwasser, Proviant. Zur Navigation die Természetjáró App.
Lokalisierung
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

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