Die Oder teilt sich unterhalb des Oderbruchs bei Hohensaaten in einen Ost- und einen Westarm und bildet zwischen beiden einen breiten Auen- bzw. Polderstreifen, der sich bis Stettin hinzieht, wo sich beide Arme wiedervereinigen. Diese Auenzone ist zentraler Bestandteil des Nationalparks Unteres Odertal. Die Staatsgrenze verläuft dabei in der Mitte der Ostoder bzw. an deren Westrand. Der Westarm der Oder trägt jedoch erst ab einigen Kilometern unterhalb von Schwedt die Bezeichnung »Westoder«. Wegen der Hochwasser wurde die Westoder in den Jahren nach 1920 zu einem Kanal umgebaut, der 42 km langen »Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße«. Bei Friedrichsthal, südlich von Gartz, endet der Ausbau – ab hier existiert die Westoder in ihrer »alten« Form. Landschaftlich reizvoll ist die Gegend um diesen Kanal zwischen Hohensaaten und Criewen, da er (und damit das alte Oder-Urstromtal) an seiner Westseite von steil abfallenden Seitenmoränenzügen begrenzt ist. Bei Stolpe, etwa 10 km südöstlich von Angermünde, ist die Moräne von einer weithin sichtbaren Burgruine bekrönt, die im Volksmund »Grützpott« benannt ist, der letzte Rest einer mittelalterlichen pommerschen Grenzburg. Seit dem 15. Jh. ist sie eine Ruine. Stolpe ist Geburtsort des Naturforschers und Geologen Leopold von Buch (1774–1853), der im Park seines Gutshauses am Fuß des Burgbergs in einem Erbbegräbnis beigesetzt ist.
Von Stolpe gehen wir über die Brücke (schöner Blick oderaufwärts) über die Hohensaaten–Friedrichsthaler Wasserstraße und gleich danach auf dem befestigten Oder-Neiße-Radweg (und dem Märkischen Landweg) nach links. Nach etwa 350 m biegen wir nach rechts, weg von der Markierung, auf einen Feldweg ab, der uns direkt durch die Auen und Polder nach 2,3 km zum Damm der Ostoder bringt. Das weite, still atmende Odertal beeindruckt uns mit seiner Unberührtheit. Auf dem Dammweg wenden wir uns nach links und gehen parallel zu den Auen und Sümpfen am Westsaum der Ostoder flussabwärts. Wer die Tour etwas kürzer gestalten will, verlässt den Damm nach knapp 500 m bei einem Wäldchen nach links (⟶ Variante). Wir bleiben auf dem Damm und genießen die wunderbaren Flussauen. Nach rund 3,5 km kommen wir am Eiswachhaus Stützkow zu einem Beobachtungsturm , von dem aus betrachtet das Odertal noch stärker seinen berückenden Zauber entfaltet. Kurz vor dem Turm biegen wir in weitem Linksbogen ab und
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