Dosso Le Pone, 2556 m
Schon mal von den Grosina-Alpen gehört? Der Begriff ist kaum noch gebräuchlich, außerdem haben sich deutschsprachige Bergfreunde dort wohl noch nie sehr zahlreich getummelt. Ihr Hauptgipfel – heute alpingeografisch eher den Livigno-Alpen zugeschlagen – ist die Cima de’ Piazzi, in deren Berggebiet wir westlich von Bormio eintauchen. Für einen vorteilhaften Blick in die vergletscherte Nordflanke der Cima de’ Piazzi habe ich den Dosso Le Pone auserkoren, eine schlichte Wiesenkuppe am Rande des Skigebiets von Valdidentro, das leider nebenbei für ein paar landschaftliche Beeinträchtigungen sorgt. Auch wenn der Zustieg etwas länger ausfällt, empfehle ich deshalb den Start beim sehenswerten Forte di Oga. Die meisten Wanderer – so ist festzustellen – bleiben übrigens auf der Malga San Colombano hängen. Zum gleichnamigen Kirchlein von 1616, das oben vom Kamm herabgrüßt, verschlägt es normalerweise nur wenige, und der Dosso Le Pone bleibt meist sogar gänzlich unberührt. Wer es etwas zünftiger bevorzugt, kann im Übrigen auch den Steigspuren zum benachbarten Pizzo Boron (2713 m) folgen.
Beim Albergo al Forte starten wir mit Nr. 280 schräg links aufwärts. Die Forststraße windet sich mehrheitlich im Wald Richtung Sposina Bassa, 2007 m, hinauf und gelangt dann allmählich in offeneres Gelände. Im Bereich einer Lifttrasse wird nun die Malga San Colombano, 2235 m, angesteuert. Auf der Verebnung oberhalb befindet sich noch eine Skihütte, flankiert vom Monte Masucco. Wir merken uns in Kürze schon mal die spätere Abstiegsalternative gen Norden vor, gehen jetzt aber zunächst das Valle di San Colombano aus und folgen dem aufsteilenden, grobgeschotterten Weg (teilweise Trittspur im Gras daneben) hinauf zur bereits weithin sichtbaren Chiesa San Colombano, 2475 m. Vom Sattel nach Norden abgesetzt erhebt sich der Dosso Le Pone, 2556 m, den wir über den breiten Wiesenrücken und einen kurzen Hang erreichen. Zuoberst dockt auch ein Schlepplift an.Der Rückweg verläuft bis zur erwähnten Verzweigung am Rande des Valle di San Colombano gleich, dann biegen wir nordwärts ab und gelangen
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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