Donau-Wartenberg-Runde
Walter Biselli
Der 2024 angelegte Rundwanderweg zum Geisinger Hausberg Wartenberg bietet großartige Blicke auf die unterhalb mäandrierende junge Donau, die Baar und den Hegau
Die Stadt Geisingen liegt am südöstlichen Rand der Hochebene Baar, eingebettet in die Landschaft entlang der jungen Donau, zwischen der A 81 und der B 31. Das markanteste Wahrzeichen ist der kegelförmige Wartenberg, der nordwestlichste Hegauvulkan. Weithin sichtbar ist das Schloss Wartenberg.
Im 12. Jh. errichteten die Herren von Wartenberg die „Alte Burg“ als Wohnturm, 1459 auf dem Gipfel die „Neue Burg“. Diese wurde 1780 abgetragen und an ihrer Stelle ein Lustschloss erbaut. Fürst Joseph Maria Benedict von Fürstenberg ließ neben diesem Schloss einen Landschaftspark im Stil eines Englischen Gartens anlegen, zu dem auch die noch heute existierende und von außen zugängliche Kapuziner-Eremitage gehört. Schloss und Park befinden sich in Privatbesitz und sind nicht öffentlich zugänglich.
Vom Heimkehrerkreuz aus eröffnen sich beeindruckende Panoramablicke auf die junge Donau und die sanften Hügel der Baaralb – bei klarer Sicht sogar bis zum Feldberg.
Tour im Tourenportal des Schwarzwaldvereins:
https://www.schwarzwaldverein-tourenportal.de/de/tour/806564924
Autorentipp
Der Ehrenvorsitzende des Schwarzwaldvereins, Peter Bury, (Tel. 07704 452, E-Mail) bietet Gruppenführungen zur Eremitage mit dem geheimnisvollen Kapuziner an
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Sicherheitshinweise
Die Route führt über leicht begehbare, aber überwiegend asphaltierte Wege.
Weitere Infos und Links
Der Weg ist vor Ort durchgängig mit dem Tourenschild „Donau-Wartenberg-Runde“ markiert. Zwischen den Wegweisern leiten die jeweiligen Rauten des Schwarzwaldvereins: www.schwarzwaldverein.de/schwarzwald/wanderwege/die-wegweiser
Wegbeschreibung
Wanderung durch Geisingen und auf den Wartenberg
Unsere Wanderung beginnt am Bahnhof Geisingen. Zunächst folgen wir der Engener Straße in den Ort und entdecken einige kulturelle Sehenswürdigkeiten entlang unseres Weges:
- Walburgiskapelle (1885): Geisingens ältestes Gotteshaus auf dem Friedhof beeindruckt mit dem „Gerichtsengel“ auf dem Dach, der die Toten vor den Richterstuhl Gottes ruft.
- Ochsenbrunnen: Der historische sechseckige Brunnen am Postplatz erhielt seinen Namen vom ehemaligen Gasthaus Ochsen.
- Baaremer Staffelgiebel: Mehrere Gebäude in Geisingen zeigen die für die Baar typische Stufengiebel-Architektur.
- Einhäuser: Charakteristische Gebäude mit durchgehendem First, in denen alle Hausfunktionen unter einem Dach vereint sind.
- Taglöhnerhäuser: In der Gerber-Fischer-Straße stehen mehrere historische Taglöhnerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, die sowohl architektonisch als auch geschichtlich bedeutsam sind.
- Agathabrunnen: Ein denkmalgeschützter Brunnen aus dem 19. Jahrhundert.
- Historisches Rathaus (1901/1902): Markanter Verwaltungsbau mit beeindruckender Architektur.
- Stadtkirche St. Nikolaus (1901): Die katholische Pfarrkirche von Geisingen
Am Rathaus steigen wir in die markierte Donau-Wartenberg-Runde ein und folgen dem Ostweg (Pforzheim–Schaffhausen, Markierung schwarz/rote Route) geradeaus weiter zur Heilig-Kreuz-Kapelle aus dem Jahr 1741. Die barocke Wallfahrtskirche „Zum geschossenen Christus“ wurde jedoch nie vollständig fertiggestellt – lediglich Chor und Querschiff wurden vollendet. Die Kirche ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich.
Nach der Überquerung des Kreisverkehrs biegen wir links in den Mühlenweg ein und überqueren die Kötach. Hinter der Brücke folgen wir dem Bachlauf durch eine offene Landschaft, begleitet vom Rauschen der nahegelegenen Autobahn A81. Vor dem Unterhölzer Wald steigt der Weg allmählich links bergauf in Richtung Wartenberg.
Auf den Wartenberg und zum Heimkehrerkreuz
Am Wanderparkplatz „Auf dem Bück“ beginnt die Kleine Wartenberg-Runde, die über das Bannhölzle zur Siedlung Dreilärchen führt. Diese Bauernkolonie wurde von Fürst Josef Wenzel zu Fürstenberg für sieben Siedler gegründet. Hier beginnt auch das Landschaftsschutzgebiet Wartenberg. Der 844 Meter hohe Wartenberg ist vulkanischen Ursprungs, was sich an den Basalt- und Basalttuffformationen erkennen lässt.
Wir erreichen die Ruine der Oberen Burg Wartenberg (auch Alt-Wartenberg genannt), die um 1138 von den Herren von Wartenberg als einfacher Wohnturm aus Basaltquadern errichtet wurde – vermutlich in Opposition zur Burg auf dem gegenüberliegenden Fürstenberg. Vom Wohnturm sind heute nur noch spärliche Reste erhalten, wohingegen die fünf Meter hohe Umfassungsmauer aus Basaltsteinen gut sichtbar ist.
Das Schloss Wartenberg mit seinem angrenzenden Park ist in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich. Dafür bietet sich vom Wartenberg ein atemberaubender Blick über das Donautal und die Baar. Nur wenige Meter vom Wegweiserstandort „Wartenberg“ entfernt steht das Heimkehrerkreuz, das 1953 „zum Dank für die glückliche Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft“ errichtet wurde. Von hier aus eröffnet sich ein spektakuläres Panorama über das Donautal mit seinen Mäandern – von Gutmadingen bis Donaueschingen. An klaren Tagen reicht der Blick bis zum 1.492 Meter hohen Feldberg, rund 46 Kilometer entfernt. Mehrere Bänke laden zum Verweilen ein.
Nach diesem lohnenden Abstecher folgen wir dem Ostweg zurück nach Geisingen.
Kapuziner-Eremitage und Rückweg nach Geisingen
Ein weiterer Abstecher führt links zur Kapuziner-Eremitage, die versteckt im Wald liegt. Sie wurde 1833 gebaut und ist komplett mit Holz verkleidet. Auch besitzt sie einen kleinen Glockenturm mit einer Glocke. Seit 1982 kümmert sich der Schwarzwaldverein Geisingen um die Erhaltung dieses historischen Kleinods. Die kleine Einsiedelei ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich, bei denen auch der Automatenkapuziner, eine mechanische Figur, bestaunt werden kann.
Zurück auf dem Ostweg führt die Donau-Wartenberg-Runde hinab zu den Aussiedlerhöfen und biegt rechts zum Standort „Geisingen Mühle“ ab. Hier befindet sich die traditionsreiche Stadtmühle Geisingen, die sich auf Dinkel- und Hildegard-Produkte spezialisiert hat. Im Mühlen- und Hildegard-von-Bingen-Museum, das bis Ende Oktober geöffnet ist, können Besucher mehr über die Geschichte der Mühle und die Lehren Hildegards erfahren.
Von der Geisinger Mühle aus erreichen wir die junge Donau und folgen ihrem Verlauf durch Auwiesen und auf dem Hochwasserdamm bis zur Mündung eines Donaualtarms. Auf dem Naturlehrpfad durchqueren wir das Freizeitgelände Danuterra und kehren schließlich ins Ortszentrum von Geisingen zurück.
Sehenswert ist hier die Pfarrkirche St. Nikolaus hinter dem Rathaus. Von dort aus folgen wir der bereits bekannten Strecke zurück zum Bahnhof Geisingen.
Evangelische Kirche
Geisingen/Lindenbaum
Stadtkirche St. Nikolaus
Heilig-Kreuz-Kapelle
Aussicht bei Geisingen
Aussicht über Streuobstwiesen
Dreilärchen
Burg Wartenberg
Wartenberg
Wartenberg
Eremitage
Kalter Brunnen
Rotlaube
Aussiedlerhof
Öffentliche Verkehrsmittel
mit Bahn und Bus erreichbar
Mit dem Ringzug nach Geisingen
Fahrplanauskunft: www.bahn.de
Anfahrt
Geisingen liegt am Schnittpunkt der Autobahn A81 mit der Bundesstraße B31
Parken
Parkplatz Postplatz: Hauptstraße 13, 78187 Geisingen
Parkmöglichkeiten in Geisingen mit Lageplan
Koordinaten
Kartenempfehlungen des Autors
Wanderkarte des Schwarzwaldvereins im Maßstab 1:25.000 (Neue Serie, 2024): W259 Blumberg (Wutachschlucht, Donaueschingen), ISBN 978-3-86398-485-4
Der Erlebnisweg "Donau-Wartenberg-Runde" ist als Nr. 31 in der Wanderkarte markiert.
Buchtipps für die Region
Kartentipps für die Region
Ausrüstung
Feste Wanderschuhe mit gutem Profil; ausreichende Verpflegung und Getränke - es gibt unterwegs keine Einkehrmöglichkeit!
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

Nutzerfragen