Der Mairaweg hat sich zu einem Klassiker der Südalpen gemausert. Percorsi Occitani heißen die Wanderwege, aus denen sich der Mairaweg zusammensetzt. Sie führen ein in einen alten okzitanischen Kulturraum, in ein vom Tourismus noch kaum berührtes Tal voller ursprünglicher Dörfer, faszinierender Kulturschätze (wie beispielsweise der berühmte Freskenzyklus von Hans Clemer in der Kirche von Elva) und landschaftlicher Höhepunkte. Auf alten Saumpfaden, sogenannten Mulattiere, lässt sich das Maira-Tal in zwei Wochen umwandern. Zahlreiche Quer- und Verbindungswege machen aber auch kürzere Runden möglich.
Anfang der 1990er-Jahre wurde der Mairaweg ins Leben gerufen, das heißt, die alten Verbindungswege zwischen den Dörfern wieder hergerichtet, um mit einer neuen Einkommensquelle der Landflucht in die Städte entgegenzuwirken. Die Entvölkerung der Cottischen Alpentäler hat besonders stark das Maira-Tal betroffen. In manchen Dörfern reduzierte sich die Einwohnerzahl auf wenige Alte, die es kaum noch schafften, das Land zu kultivieren. Die Wege wuchsen zu, Verwaldung trat ein. Mit dem Erfolg des Mairaweges, der vor allem deutschsprachige Genusswanderer anzieht, ist wieder Leben in die Dörfer zurückgekehrt. In jedem Etappenort gibt es mittlerweile eine Unterkunft, ein Restaurant und hie und da auch einen Laden. Eine große Rolle kommt dabei auch dem Centro Culturale Borgata zu. Andrea und Maria Schneider, er aus Österreich, sie aus Deutschland, hatten sich 1980 endgültig im Maira-Tal niedergelassen und mit einer Sprachschule nicht nur ansässigen Lehrern Arbeit verschafft, sondern auch das Interesse am Tal wieder etwas angekurbelt. Aus der Sprachschule hat sich mittlerweile eine Begegnungsstätte entwickelt. 1988 haben die Schneiders den verlassenen Weiler San Martino inferiore aufgekauft und mehrere Bauernhäuser in charmante Gästehäuser umfunktioniert. Mittlerweile sind beide verstorben. Im November 2005 wurde Andrea Schneider in San Martino eine Gedenktafel geweiht, die an seinen großen Einsatz für die touristische Entwicklung des Mairatals erinnert. Anfang der 1990er-Jahre wurde der Mairaweg mithilfe einer Reihe von Freiwilligen markiert und ausgeputzt. Posto-tappa-Betreiber konnten gefunden werden, die sich schließlich zum Verein Associazione Percorsi Occitani zusammenschlossen und mit viel Eigeninitiative dem Weg Potenzial gaben.
11. Tag: Palent, 1463 m – Macra, 875 m 3.15 Std., 200 m im Aufstieg, 780 m im Abstieg.Den gelben Markierungen folgend steigen wir nordöstlich in den Weiler Maurengo, 1304 m, ab und halten uns dann südlich in ein Tälchen, um im Gegenanstieg Colletto, 1414 m, zu gewinnen. Weiter geht es über die Häuser von Cucchietto und Garini nach Serremorello, 1316 m. Wer schnell zum Ziel gelangen möchte, kann hier im direkten Abstieg (Markierung unterhalb der Kirche) nach Macra 1.30 Std. abkürzen. Ansonsten beschreibt der Mairaweg noch einen größeren Schwenk nach Süden und Osten, über Ciatignano, Combe, Matalia und Bassura nach Macra – alles sehenswerte, zum größten Teil verlassene Weiler.Variante: Seit es in Celle di Macra (Ortsteil Chiesa) ein Restaurant gibt und man sich nicht mehr selbst verpflegen muss, ist die Fortsetzung des Mairaweges wieder sehr attraktiv – zumal auch ein sehenswertes Museum über die Sardellenverkäufer aus dem Mairatal hinzugekommen ist.Zeit: Palent – Bassura 2.30 Std.,
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