Klar, der Zug wäre schneller, 20 Minuten nur. Ganz sicher schneller als mit dem Auto, etwa noch im Hochsommer, wenn Collioure oder Banyuls-sur-Mer täglich von den Touristenhorden erobert wird. Zu Recht natürlich, denn malerischer sind keine Orte der Côte Vermeille. So heißt der südlichste Abschnitt von Frankreichs Mittelmeerküste, und hier schufen Henri Matisse und seine Kollegen neue Bilder in neuen Farben. Ihre Epigonen sitzen in Collioure immer noch hinter der Staffelei. Aber wissen Sie, wie schön die Côte Vermeille abseits der Ortschaften ist? Wie blau das Meer, wie verlockend die Buchten, wie duftend die Vegetation, wie stachelig die Agaven, wie vielsprechend die Weinberge, wie windgepeitscht die Kaps, wie verlotternd die Festungen und Bunker, wie explosiv die 1984 stillgelegte und seit 2008 als Freilichtmuseum und Landschaftspark hergerichtete Dynamitfabrik von Alfred Nobel und Co. in Paulilles? Wie unglaublich malerisch einfach das Gehen auf dem Sentier littoral ist, welcher seit Kurzem an der ganzen Küste entlang verläuft? Klar, der Zug wäre schneller. Wir können mit ihm ja hin- oder zurückfahren. Oder unterwegs sitzen bleiben. Bei einem Glas Küstenwein.
Vom internationalen Bahnhof von Cerbère hinab auf die Küstenstraße und auf ihr nordwärts. Sie überquert die Gleise. Rund 100 m danach beginnt der Sentier littoral; Hinweistafel aus Keramik (ca. 40 m). Er geht als Treppenweg gegen die Küste hinab, oberhalb eines kurzen Eisenbahntunnels, und zieht dann gegen das Cap Canadell hinaus; eine gemauerte runde Sitzbank mit Tisch liegt ein paar Schritte rechts des Küstenweges. Der Sentier littoral verläuft auf dem schmalen, grasig-felsigen Landstreifen zwischen Eisenbahn und Meer, meistens oberhalb der Klippen, teilweise durch Reben, einmal auch ganz nahe der Gleise. Er sinkt gegen die Ansa de Terrimbo ab (ein ausgesetzter Pfad zweigt zur Bucht ab), steigt gleich wieder hoch und gelangt zu der modernen, in dezenten Farbtönen gehaltenen Village de Vacances Les Aloès, wo man fast wieder auf Meereshöhe ist. Der Weg klettert wieder 50 Höhenmeter hoch und geht bald darauf außen an einem Zeltplatz und an einem Wald vorbei bis hinaus zum Cap de
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