Spannender Zweitausender mit erstaunlichem 360-Grad-Panorama
Die Modeskitour durchs Pontenkar zum Ponten wird selbst bei größerem Schneezuwachs und unsicheren Bedingungen, jegliche Gefahr ignorierend, meistens gespurt und nicht selten pistenartig eingefahren. Der Sog des Herdentriebs. Wir wollen uns heute vorzeitig aus dem Strom dieser Allerweltsroute lösen und – selbstverständlich nach vorhergehendem Risikomanagement – den etwas anspruchsvolleren Bschießer durch eine seiner pfiffigen Steilmulden angehen. Es handelt sich hierbei, man darf es ruhig zugeben, wegen der beachtlichen Hangneigung um einen Grenzfall für Schneeschuhwanderer, selbst für »alte Hasen«. Bei widrigen Verhältnissen kann zudem jede dieser Routen eine nicht zu unterschätzende Lawinengefahr bergen, die erste (südlichste) Mulde in ihrer gesamten Länge, die mittlere und rechte vor allem im oberen Bereich.
Das schon während des Aufstiegs bewundernswerte Spitzenpanorama hält zu guter Letzt noch ein paar Bonuspunkte bereit. Die Allgäuer Hochalpen werden durch so »versteinerte Bonzen« vertreten wie die gekrümmte Urbeleskarspitze, den Sieger des alpinen Schönheitswettbewerbs namens Hochvogel, die Respekt verschaffende Marchspitze, den Regenten Krottenkopf, die grazile Trettachspitze und das charaktervolle Schlusslicht Biberkopf. Auf unserem Grenzkamm folgen der wohl geformte Ponten, das breitgelagerte Gaishorn und der Zackenkamm des Rauhhorns. Sogar das Städte-Kleeblatt Sonthofen, Immenstadt und Kempten bereichert den Vollkreisausblick.
In Schattwald leitet uns von der Ortsmitte ein kurzes Sträßchen am Schattwaldbach aufwärts. Nachdem die Schneeteller angelegt sind, queren wir Richtung Bschießer eine Skiabfahrt und spuren oberhalb des Bachtobels wenig steil bergan durch das licht bewaldete Stuibental. Bald schaltet sich am Pistenrand ein Flachstück ein, auf die imponierende Bschießer-Nordseite zu. Wir kreuzen, wieder leicht steigend, den Stuiben-Schlepplift und erreichen die Mittlere Stuibenalp, 1403 m, auch Stuibensennalp genannt. Kurz danach verzweigt sich das Hochtal. Geradeaus setzt das Pontenkar an. Wir streben nun westlich am Krummholzgürtel unter unserem Gipfelziel entlang der rechts einer Felsrippe beginnenden, zweiten Steilmulde zu. Diese kann vor allem bei Triebschneeablagerungen schneebrettgefährdet sein. Talauswärts blickend erkennt man den Pirschling, links davon den Schönkahler. Im Osten ragen Breitenberg und Einstein auf. Zunehmend steiler müht man sich – bei festgebackener Decke vorzugsweise ohne die
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