Karwendelblick entschädigt für mühevolle Stapferei
Wie eine Wühlmaus kommt man sich bei ungespurtem Neuschnee an der sonnseitigen Breitenberg-Südflanke vor. Keine Frage, zur kalten Jahreszeit ist es schon eine Plagerei aus dem hintersten Adratsbachtobel zum ersehnten Gasthaus auf dem wuchtigen Breitenberg. Aber dafür eine kurzweilige und vor allem ungestörte Stapftour über der schattigen Tiefe des Achtals. Seinen Namen trägt der Berg zu Recht, dies verdeutlicht die schroffe Breitseite bereits während der Anfahrt aus dem Alpenvorland. Aber wer der Gipfelwelt verfallen ist, weiß: Nichts ist umsonst. So wird man auch auf dem hohen Scheitel der nordwestlichsten Erhebung der Tannheimer Berge reichlich belohnt, und zwar mit einem Augenschmaus, der unvergesslich bleibt.
Es ist schwer zu sagen, was mehr beglückt, die erhebenden Tiefblicke auf alle dreizehn, sich 1000 Meter unter uns scharenden Pfrontner Ortsteile und hinaus in das mit dem gläsernen Horizont verschmelzende Hügelland oder all die sich staffelnden oberbayerischen und Tiroler Gebirgsgruppen. In vorderster Reihe die Ammergauer Alpen, die Tannheimer Berge mit der schmucken Zackenkrone des Aggensteins fast in Reichweite sowie die Vilsalpseeberge und weiter entrückt das Karwendel, das Wettersteingebirge und die Lechtaler Alpen. Und längst ist der Entschluss gefestigt: Wir werden uns wieder schinden.
Von der Bushaltestelle Ehem. Zollhaus leitet uns die ersten Minuten der geräumte Wanderweg neben der Engetalstraße einwärts Richtung Grän. Am Wanderparkplatz kurz vor der Staatsgrenze begeben wir uns auf den als Rodelbahn vorbildlich angelegten, zum Breitenberg beschilderten Forstweg. In mäßiger Steigung und in ein paar Windungen, immer wieder von Erholungseinlagen unterbrochen, lässt sich durch den im unteren Bereich geschlossenen Winterwald die morgendliche Ruhe genießen. Gelegentlich tauchen zwischen den Fichten- und Tannenwipfeln der gezackte Einsteingrat jenseits des Tales und der von Westen gesehen als protziger Pyramidenstumpf emporragende Aggenstein auf. Spätestens an der Gabelung in einer Linkskehre mit Felsaufschluss kommen die Schneeschuhe zum Einsatz. Wir benützen hier nicht weiter die ausgewiesene Schlittenpiste, sondern wählen den rechts abzweigenden, anfangs einem Bach und dem Rand eines Wildschutzgebietes folgenden, auch angenehm steigenden Forstweg. Nach zwei
Bereits freigeschaltet? Anmelden
Premium Inhalt Premium-Touren werden von professionellen Autoren oder Fachverlagen herausgegeben.
Rother ist jetzt Partner von Outdooractive für Premium-Touren!
Ab sofort hast du mit Outdooractive Pro+ vollen Zugriff auf tausende sorgfältig recherchierte und professionell beschriebene Touren aus den Rother Wanderführern.
Der Rother Bergverlag ist einer der renommiertesten Spezialverlage für Wanderliteratur im deutschsprachigen Raum. Seit über hundert Jahren bietet der Verlag eine große Auswahl an Wander-, Trekking- und Skitourenführern, die für ihre Zuverlässigkeit und detaillierten Informationen bekannt sind. Das Angebot umfasst klassische Rother Wanderführer mit sorgfältig recherchierten Routenbeschreibungen, Höhenprofilen, Karten, GPS-Tracks und zahlreichen Tipps zu Natur, Kultur und Einkehrmöglichkeiten. Abgedeckt werden verschiedenste Regionen Europas und der Welt – vom einfachen Familienausflug bis zur anspruchsvollen Hochtour.

Nutzerfragen