Die Wanderung führt sowohl durch bewirtschaftete Buchenwälder außerhalb des Nationalparks als auch durch die nicht mehr genutzten Wälder im Nationalpark. Während Buchen in einem bewirtschafteten »Otto Normalwald« schon im verhältnismäßig »zarten« Alter von 120 bis 150 Jahren geerntet werden, können Buchenbestände unter natürlichen Rahmenbedingungen 300 bis 400 Jahre alt werden. In erster Linie ist es dieses alte Stark- und Totholz, das für einen Urwald charakteristisch und für seinen Artenreichtum verantwortlich ist. So verwundert es nicht, dass im Nationalpark zahlreiche – darunter seltene – Alt- und Totholzarten und Arten reifer Waldphasen entdeckt wurden, die im normalen Wirtschaftswald kaum geeignete Bedingungen vorfinden. Insgesamt ist der Nationalpark Heimat für mehr als 10.000 Pflanzen-, Tier- und Pilzarten, darunter so prominenter Spezies wie Wildkatze, Schwarzstorch und Bechsteinfledermaus.
Vom Wanderparkplatz aus schlagen wir den breiten Feldweg in Richtung Norden ein (»Antoniusherberge«). An einer Scheune biegen wir links ab (erneut »Antoniusherberge«), ignorieren bei der anschließenden Gabelung den linken Weg und wandern in einem sich windenden Tälchen auf einem Forstweg unmerklich aufwärts. Wir bleiben auf dem Hauptweg, wobei uns Abzweigungen nach links und rechts nicht interessieren, und erreichen auf der Höhe die (ehemalige) Antoniusherberge. Auf der Lichtung nehmen wir den Forstweg nach rechts (»Betteleiche«), entscheiden uns bei einer Gabelung nach 100 m für die halb linke Möglichkeit und marschieren mit der Markierung »R« nach Süden. Bald kommen wir an die Grenze des Nationalparks und bleiben der bisherigen Richtung treu. Wo – nach gut 1 km – Radfahrer mittels Piktogramm nach links gelotst werden, gehen wir auf einem Fußpfad weiter geradeaus, folgen seinem Schlängelkurs, passieren das Forsthaus Mülverstedt und gelangen nach wenigen Metern zur Betteleiche. Dort
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Autor
Sabine Gilcher
Sabine Gilcher, Jahrgang 1962, wuchs im bayerischen Alpenvorland auf, mit einem Hochmoor direkt vor der Haustür, den Osterseen gleich um die Ecke und den Bergen immer in Sichtweite. Die Liebe zur Natur wurde daher früh geweckt und später im Studium der Landespflege vertieft. Heute lebt sie als Landschaftsplanerin in Freiburg im Breisgau. Ein Aufenthalt als Erntehelferin auf einem Bauernhof in Norwegen weckte die Liebe zu Skandinavien. Seit mehr als 30 Jahren bereist sie Europas Norden und Nordwesten und lässt sich jedes Mal von Neuem von den dortigen Landschaften faszinieren. Ihre Hobbys Wandern und Fotografieren sind die ideale Kombination zum Erstellen der Wanderführer für den Rother Bergverlag und das Wissen um ökologische Zusammenhänge kommt ihr sowohl im Gelände als auch beim Verfassen der Wanderführer sehr zustatten.

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