Der Geschichte nach ist der Ankogel als einer der ersten unter den Hochgebirgsgipfeln der Alpen erstiegen worden. Bereits 1762 soll der Alte Paschg aus Böckstein von seiner Alm unter »großen Mühen und Gefahren« auf den Gipfel gestiegen sein, noch vor der Erstbesteigung des Mont Blanc (1786) und des Großglockners (1800). Damals war der Gipfel noch um 17 Meter höher und mit einem spitzen, überhängenden Felshorn ausgestattet, das 1932 einem mächtigen Bergsturz zum Opfer fiel. 1966 wurde die Ankogelbahn eröffnet, damit rückte der Ankogel auf in den Kreis der beliebtesten Dreitausender der Ostalpen und das Hannoverhaus auf der Arnoldhöhe zum beliebten Ausflugsziel. 2014 hatte das altehrwürdige Haus ausgedient. 150 Meter tiefer, am Etschlsattel, entstand ein Neubau, der zur Wintersaison 2014/2015 seinen Betrieb aufnahm. Die Arnoldhöhe ist benannt nach dem Gründer der Sektion Hannover und bedeutendem Erschließer der Ankogel-Hochalmspitzgruppe, Prof. Dr. Carl Arnold, der in dem rundgebauten Mausoleum neben der Hütte seine letzte Ruhestätte fand. Die Arnoldhöhe erreicht man von der Bergstation in etwa 20 Minuten auf dem ehemaligen, breit ausgetretenen Hüttenweg. Auch wenn der Ankogel als leicht ersteigbarer Dreitausender gilt, sollten Wanderer den Berg nicht unterschätzen: Die große Höhe, die schnelle Seilbahnauffahrt, das im Spätsommer ausgeaperte Lassacher Kees, grobes Blockwerk und eine steile, ausgesetzte Gipfelflanke mit einigen Kletterstellen machen die Tour auch bei besten Verhältnissen zum anspruchsvollen Unternehmen.
Von der Talstation der Ankogelbahn geht es mit der Gondel hinauf zur Bergstation. Von dort aus wandern wir auf gutem Weg in östlicher Richtung, unter der Grauleitenspitze entlang, bis zu einer Wegteilung, 2585 m. Hier zweigt unser Anstieg zum Ankogel nach links ab, während der Höhenweg geradeaus weiter Richtung Großelendscharte führt. Zum Ankogel wandern wir nun über Moränenschotter und Blockhalden nicht allzu steil bergauf bis zu einem Firnfeld, einem Teil des spaltenfreien Lassacher Keeses, über das wir zur Radeckscharte, 2874 m, aufsteigen. Am breiten Westrücken geht es nun über grobe Blöcke und gelegte Platten hinauf zum Kleinen Ankogel, 3097 m. Über den schmalen Verbindungsgrat klettern wir hinüber zum Gipfelaufbau des Ankogels und folgen den Steigspuren über Sand, Schotter und leichte Felsen steil bergauf zum kreuzgeschmückten, aussichtsreichen Gipfel. Der Abstieg erfolgt auf dem Aufstiegsweg.
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Autor
Evamarie Wecker
Evamaria Wecker ist seit ihrer Kindheit in den Bergen unterwegs. Zusammen mit ihrem Mann Primus Wecker hat sie ihre Leidenschaft für Wanderungen und Hochtouren in den Alpen entdeckt. Was zunächst nur Urlaubsvergnügen war, hat sich vor einigen Jahren zum Hauptberuf entwickelt. Evamaria Wecker ist als aktive Fachübungsleiterin Bergsteigen beim Deutschen Alpenverein viel mit Gruppen auf Tour. Als Autorin hat sie mehrere Buchtitel im Bergverlag Rother und Texte für alpine Fachzeitschriften verfasst, zu denen Primus Wecker als begeisterter Fotograf jeweils die Bilder beigesteuert hat.

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