Zu den besten Aussichtslogen in der Ostschweiz zählt auch der Alvier. Die Lage in der Berggruppe zwischen St. Galler Rheintal und Walenseefurche eröffnet großartige Perspektiven, etwa in die Bündner und Glarner Alpen, auf die prägnante Churfirstenkette sowie weit hinein nach Vorarlberg und Tirol. Bei der kleinen, bescheidenen Gipfelhütte laufen Wege von verschiedenen Seiten zusammen, wobei diverse Straßen am Werdenberg den Zugang verkürzen. Wir entscheiden uns hier für den beliebten Steilpfad, der vom Palfrieser Alpbalkon gipfelwärts zieht, und kehren über die ostseitige Schaneralp zurück, schlagen damit also quasi einen Bogen um die markante Gauschla. Oben kann man schauen, so weit das Auge reicht und wird womöglich vom fjordartigen Walensee am meisten fasziniert sein. Und wer als Bergromantiker genug Muße hat, sollte sich einmal in der Alvierhütte einquartieren, um die ganz besonderen Stimmungen einzufangen …
Bei der Gabelung am Scheidweg, 1362 m, gehen wir rechts und folgen dem windungsreichen Bergsträßchen bzw. einigen Abkürzungen. Später mit einem scharfen Rechtsknick über einen flachen Rücken hinweg und nahezu horizontal zum Berghaus Palfries, 1689 m, wo sich im Übrigen der letzte Parkplatz befindet. Mit dem Hinweis »Alvier« steigen wir sachte über steindurchsetzte Matten an. Ab etwa 1900 Meter Höhe steilt das Gelände in der Westflanke deutlich auf. Im Zickzack immer höher, erreichen wir zuletzt in einer Kaminrinne zwischen Felsen mittels Holzleiter den Gratausstieg am Chemmi, 2184 m. Anschließend über den schrofigen Südgrat – zwischendurch ziemlich steil und mit Drahtseilen gesichert, sonst in Kehren – bis zum Gipfelplateau des Alvier, 2341 m, mit seiner kleinen Hütte. Es lohnt sich auch, bis zur westlichen Abbruchkante vorzutreten. Der Abstieg erfolgt ostseitig in vielen Serpentinen zum Barbielergrat, 1970 m. Aus dem Sattel scharf rechts und phasenweise ohne ausgeprägten Pfad in
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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