Der Albulapass war in früheren Zeiten eine wichtige Verbindung zwischen dem Oberengadin und dem Albulatal. Er bot Säumern und Ruttnern Beschäftigung. Die Säumer transportierten die Waren mit ihren Tragtieren von Samedan nach Bergün. Oft waren es Bauern, die sich auf diese Weise ein zusätzliches Einkommen sicherten. Die Ruttner waren für die Straßenerhaltung verantwortlich, Vorgänger der Straßenmeister sozusagen. Seit dem Bau des Bahntunnels hat der Pass touristische Bedeutung – für Bergwanderer, natürlich auch für »Autowanderer« und Motorradfahrer. Unser Weg verläuft jedoch zum größten Teil abseits der Fahrstraße. Die Rhätische Bahn führt uns am Ende der Wanderung bequem nach La Punt zurück. Zuvor begehen wir den interessanten »bahnhistorischen Lehrpfad«, der uns diese unglaubliche technische Leistung veranschaulicht: In Kehrtunnels und durch Galerien überwinden die Züge einen Höhenunterschied von 400 Metern!
Von La Punt aus auf der Passstraße zu einer scharfen Rechtskurve oberhalb der letzten Häuser, 1747 m. Hier geht man geradeaus weiter, erst auf einem Fahrsträßchen, dann auf einem Wanderweg. Der Aufstieg im Albulatal (Val d’Alvra) führt, vorbei an der Alp Proliebas vorbei in wechselnder Steilheit zur Passhöhe, 2312 m. Unterwegs begleitet uns der Blick auf die Pyramide des Piz Blaisun und den düsteren Piz Üertsch. Nach der Passhöhe wechselt unser Weg die Straßenseite. Mit prächtigem Ausblick auf die schroffen Gipfel rund um den Piz Ela, 3339 m, wandern wir talabwärts, kreuzen die Fahrstraße bei Crap Alv, 2026 m, und erreichen den malerischen Lai da Palpuogna, 1918 m. Hier können wir sowohl rechts wie links vom See absteigen. Bleibt man links, kann man gleich am linken Ufer bis Naz wandern, ohne Preda zu berühren. Eine kurze Steilstufe führt uns nach Preda, 1789 m, hinunter. Wer sich eine Einkehr gönnen möchte, geht vom Bahnhof die wenigen Schritte zum Restaurant hinauf. Wen weder Durst-
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