Der Einzugsbereich des Prinz-Luitpold-Hauses weckt Begehrlichkeiten für Gipfelstürmer, vor allem mit dem Hochvogel, der zu den populärsten Allgäuer Gipfeln überhaupt zählt. Allerdings ist die pyramidale Gestalt, die aus der Ferne ja oft als unverwechselbarer Markstein im Panorama identifiziert wird, von der Hütte aus gar nicht zu sehen, zumal durch die vorgelagerte Kreuzspitze verdeckt. Über diese führt auch der attraktivste Anstieg – ein anregender Felssteig, der geschickt durchs Gelände laviert und die Schwierigkeiten für geübte Bergwanderer im beherrschbaren Rahmen hält. Retour kann die Variante über die Balkenscharte gewählt werden.
Die Hochvogel-Route beginnt am Prinz-Luitpold-Haus, 1846 m, mit einem Bogen um den nahen See und zieht dann ins Kar, auch »Oberes Tal« genannt, hinauf. Man kreuzt zwischendurch den Bach, bevor sich der Weg auf gut 2000 Meter Höhe gabelt. Für den Aufstieg sei die rechte Variante empfohlen, die sich zunächst als Schuttsteig fortsetzt und im Linksbogen bis zum Felsansatz der Kreuzspitze führt. Straffe Drahtseile und Tritthilfen erleichtern den gut gestuften Durchstieg zu einer Scharte. Dahinter entweder durch die Ostflanke queren oder über den Gipfel der Kreuzspitze, 2367 m, hinweg und weiterhin teils gesichert in die Kaltwinkelscharte, 2283 m. Am gegenüberliegenden Felsaufbau kraxeln wir über schuttbedeckte Stufen (I) zu einem Eck, wo die berühmte »Schnur« als markantes Horizontalband auf der Rückseite des steilen Turmes ansetzt. Damit an die nordwestliche Gipfelflanke heran, im Hin und Her über Schutt und leichte Felsen höher und zuletzt am Grat entlang zum Kreuz auf dem Hochvogel, 2592
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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