Die waldigen Ammergauer Alpen sind kein typisches Skitourengebirge wie beispielsweise die ähnlich hohen Kitzbüheler Alpen oder auch viele Regionen der Bayerischen Voralpen. Trotzdem finden sich einige tolle Tourenklassiker und der bekannteste davon ist sicherlich die Scheinbergspitze. Auch hier dominieren waldige Flanken, aber bei der Anfahrt von Ettal sticht die schöne weiße Gipfelpyramide ins Auge. Der Weg dorthin führt entlang von Forstwegen oder durch lichten Wald und ist vor allem bei Pulverschnee ein Wintermärchen allererster Güte.
Das Wintermärchen im Graswangtal wusste auch der »Märchenkönig« Ludwig II. zu schätzen. Nur wenige Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt steht das Schloss Linderhof, das der bayerische »Kini« noch zu seinen Lebzeiten gestalten ließ. Ein Besuch nach der Skitour lohnt sich hier, auch wenn im Winter nur das Schloss besichtigt werden kann, die Bauten im Schlosspark sind leider nicht geöffnet. Dafür ist aber auch der Besucherandrang in der Regel deutlich geringer als zur Hochsaison im Sommer.
Regen Besucherandrang muss man an der Scheinbergspitze am Wochenende durchaus einkalkulieren – zumindest im Januar und Februar bei guten Schneeverhältnissen. Dann ist der (wirklich nicht kleine) Parkplatz am Ausgangspunkt oft rappelvoll und selbst am ersten Tag nach Neuschneefällen sind mittags die gängigen Abfahrtsvarianten oft komplett verspurt. Tiefschneefreunden bleibt hier nur sehr früher Aufbruch oder antizyklisches Verhalten. Während der Woche oder auch etwas später im Jahr, etwa ab Mitte März, sind deutlich weniger Tourengeher an diesem ausgesprochenen »Münchner Modeskiberg« unterwegs, und dann lässt sich auch hier die winterliche Ruhe genießen.
Aufstieg Vom Parkplatz führt eine Brücke über die Linder und nach gut 100 Metern gabelt sich die Forststraße. Nach links überschreiten wir nun den Sägertalbach und folgen der Straße bis zur zweiten Linkskehre. Hier führt oft ein Abkürzer direkt durch den Wald und trifft ein Stück oberhalb wieder auf die Forststraße. In seinem weiteren Verlauf nach Südwesten führt der Forstweg nun über den Hundsfällgraben – gleich danach zweigt rechts ein Ziehweg ab (Markierung). Auf diesem steigen wir nun immer links oberhalb des Grabens auf, bis der Wald nach etwa 100 Höhenmetern lichter wird. Hier zweigen wir links ab und steigen hinauf auf den bewaldeten Rücken zwischen Hundsfällgraben und Scheinberggraben. Auf dem zunehmend freier und breiter werdenden Rücken geht es nun hinauf, bis man zu dem schon von unten sichtbaren Nordosthang kommt. Die oberste Kuppe wird links umgangen und wenige Meter kann man am Nordostgrat noch mit Ski bis zum Skidepot aufsteigen. Die letzten 100 Höhenmeter an dem teils
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