Haute Route - 3 Tage Version! - Etappe 3
Die Tour am dritten Tag sollte relativ früh, gerade in den wärmeren Monaten, begonnen werden. Gegen Ende der Etappe sollten die Verhältnisse noch gut passen und der Schnee nicht zu langsam sein, denn sonst wird es sehr mühsam. Je nach Jahreszeit muss man gegen Ende der Tour die Tourenski am Rucksack tragen und laufen.
Wenn man auf dem letzten Pass, dem Col du Valpelline, angekommen ist, warten jede Menge Abfahrtsmeter nach Zermatt und ein super Ausblick auf das Matterhorn. Ist man noch fit genug, kann man noch einen Abstecher auf den Tête de Valpelline machen.
Bei der Abfahrt über den Stockjigletscher, Tiefmattengletscher und Zmuttgletscher ist noch einmal Konzentration gefragt, denn wenn man falsch abbiegt, gelangt man in tükische Sackgassen und steht plötzlich über einem Eisbruch. Uncool!
Ist man zu langsam unterwegs gewesen oder schafft es konditionell nicht mehr nach Zermatt, kann man noch eine Nacht auf der Schönbielhütte übernachten. Dann sollte man aber frühzeitig, unterhalb des Stokji, nach Nordenosten abbiegen.
In Zermatt sollte man sich auf eine größere Menge Menschen einstellen.
Autorentipp
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Höhenprofil anzeigenSicherheitshinweise
Um bei der Abfahrt den Weg durch die Bruchzonen zu finden, sollte man gute Sicht haben. Außerdem Spaltensturzgefahr.
Gegen Ende der Etappe auf Erwärumg und Durchfeuchtung achten.
Der Aufstieg über das Col du Mont Brulé wird bis zu 40 Grad steil. Nur bei absolut sicheren Verhältnissen begehen.
Weitere Infos und Links
Cabane Des Vignettes: http://www.cabanedesvignettes.ch/
Wegbeschreibung
Man läuft zuerst wieder einen kurzen Teil des Vortags zurück. Vom Col des Vignettes fährt man zurück auf das große Gletscherbecken ab zum Col du Charmontane auf 3024 Metern. Hier muss man wieder auffellen. Man steigt zwischem dem Petit M. Collon und dem L'Eveque in einem großen Linksbogen, unterhalb eines Felsriegels zum 1. Pass der Tour, dem Col de l'Evéque (3382m). Das Col sollte nicht mit dem Sattel zwischen dem Gipfel L'Eveque und dem M.Collon verwechselt werden!
Die Abfahrt startet flach in Richtung Osten und man hält gerade auf den Gipfel La Vierge zu. Die Spaltenzone zwischen 3200m und 3000m wird rechts umfahren. Es folgen schöne Hänge bis zum Haut Glacier d'Arolla immer entlang der Wände des La Vierge haltend. Gleich nachdem die Hänge des La Vierge enden, biegt man nach rechts in Richtung Osten ab. Man muss wieder auffellen und es geht langsam ansteigend weiter. Sollte das Wetter schlecht werden, kann man zur Refuge des Bouquetins am nördlichen Rand des Gletschers aufsteigen. Außerdem kann man über den Haut Glacier d'Arolla nach Arolla abfahren, wenn es in Richtung Zermatt zu gefährlich wird.
Das Col du M. Brulé ist nicht ganz einfach zu finden, während man noch auf dem Gletscher aufsteigt. Es ist nicht die offensichtliche Einkerbung direkt unterhalb des M. Brulé, sondern noch weiter nördlich, dort wo der Grat wieder ansteigt. Die letzten 100hm auf den 2. Pass, dem Col du M. Brulé sind recht steil. Mit den Tourenski geht das nur sehr selten. Besser ist es, mit den Steigeisen die 100hm aufzusteigen.
Hier lohnt es sich, die Felle nochmal abzuziehen. Man muss relativ flach in Richtung Nordosten auf den Haut Glacier de Tsa de Tsan queren. Irgendwann steigt der Gletscher wieder an und man muss die Felle das letzte Mal montieren. Unterhalb der Südwände des Tête Blanche steigt man auf und erreicht bald den 3. Pass mit 3562 Metern Höhe: Col de Valpelline. Wer noch fit ist, kann einen Abstecher auf den Tête de Valpelline machen.
Vom Col du Valpelline beginnt nun die grandiose und lange Abfahrt nach Zermatt. Gute Sicht ist hier Voraussetzung. Zunächst fährt man durch erst Flache, dann perfekte Skihänge, in Richtung Nordosten ab.
Col des Vignettes
Col de l'Evêque
Col du Mont Brulé
Col de Valpelline
Talstation Matterhorn Glacier Paradise
Öffentliche Verkehrsmittel
mit Bahn und Bus erreichbar
Man kann von Lausanne, Bern, Brig sehr gut und entspannt mit dem Zug nach Martigny fahren.
In Martigny nimmt man den Zug nach Orsières. In Sembrancher muss man umsteigen. Der Zug fährt mehrmals am Tag.
Von Orsières fährt ein Bus mehrmals am Tag nach Bourg-Saint-Pierre.
Dann Etappe 1 und Etappe 2.
Anfahrt
Über die A9 gelangt man nach Martigny. Von dort über die 21 Richtung Colle di Gran San Bernardo. Dann kommt man direkt nach Bourg-Saint-Pierre.Parken
Eventuell in Cordonne. Je nach Schneelage.Koordinaten
Kartenempfehlungen des Autors
- Swisstopo Bl. 1345 Orsières
- Swisstopo Bl. 1365 Gd St. Bernard
- Swisstopo Bl. 1346 Chanrion
Ausrüstung
Ausrüstung für Skihochtouren, Steigeisen, Harscheisen, PickelAbgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

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