"Sag niemals nie", dass wusste auch schon Sean Connery alias James Bond in den achtziger Jahren...
Im Lungau warten einige attraktive Tourenziele, wer genügend Kondition hat und technisch versiert ist, kann diese in einer stimulierenden Runde aneinanderreihen und besteigen!
Bei dieser Variante werden der Ost- und Westgipfel des Kl. Mosermandl, das Gr. Mosermandl und der Windischkopf - entgegen dem Uhrzeigersinn - bestiegen.
Der Start erfolgt in Wald, unspektakulär über Forstwege bis zur Kößlhiasalm, am Hochplateau weiter westwärts bis das markante Urbankar erreicht wird. Das steile Kar ist der erste Prüfstein für das folgende Programm, bei vernüfntiger Spurwahl wird die 35°-Marke kaum überschritten.
Nun wird nach Süden abgedreht und der Ostgipfel des Kl. Mosermandl angesteuert. Diese Erhebung wird im Winter sehr selten begangen!
Nach rund 100HM in der - bis zu 40° steilen - Nordflanke ist der Gipfel erreicht, anschliessend angenehme Querung am sanften Grat, bis zum Westgipfel - dieser wird üblichweise als Wintergipfel bestiegen!
Kurze Abfahrt durch eine gutmütige Rinne, nach dem Auffellen weiter, in Richtung Gr. Mosermandl. Bei günstigen Verhältnissen kann die 40° steile Nordflanke gequert werden, nach Neuschnee im Hochwinter, unbedingt im flachen Boden bleiben und erst auf Höhe der Nordrinne in den Hang einsteigen!
Die ausgeprägte Rinne ist deutlich erkennbar und bereits von Weitem sichtbar. Neuerdings ist diese auch durchgehend mit nagelneuen Stahlseilen (Stand 03/2025) versichert!
Diese anregend empor, bei Vereisung sicherlich heikel - im Zweifelfall sollten die Steigeisen gleich am Einstieg angelegt werden! Nach gut 100HM ist diese 45° steile Rinne durchstiegen, über einen kurzen Gratübergang auf den Gipfel des Gr. Mosermandl...
Abstieg wieder durch die bekannte Rinne, bis zum Skidepot - anschliessend kurze Abfahrt und sanfter Aufstieg zum Windischkopf, nun wird es wirklich spannend!
Abfahrt nach Westen - die markante Einschartung, welche zum direkten SW-Couloir führt, ist sehr auffällig und kann praktisch nicht übersehen werden!
Nun - je nach Schneelage - kurzes Abklettern über eine Steilstufe, in Folge vogelwild durch die - anfänglich sehr steile und enge - Rinne hinab. Im Mittelteil weitet sich das grimmige Ungetüm ein wenig und die Steilheit nimmt etwas ab, nach unten hin wird die Angelegenheit immer gutmütiger!
Es warten insgesamt 300 fahrbare Abfahrtsmeter im durchschnittlich 45° steilen Couloir, ganz oben muss eine enge Steilstufe zwingend durchfahren werden!
Schlussendlich über äußerst gefällige Firnhänge (30°) durch das Gruberkar hinab und in südlicher Richtung bis zum Sommerweg - dieser leitet über die Jakoberalm zurück zum Ausgangspunkt.
Somit ergibt sich am Ende des Tages, eine anspruchsvolle, unterhaltsame und abwechslungsreiche Ski-Rundtour inmitten großartiger Berglandschaft!
Autorentipp
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Sicherheitshinweise
Die Begehung dieser anspruchsvollen Rundtour sollte nur bei günstigen Bedingungen in Betracht gezogen werden.
Die neuralgischen Punkte der Tour sind:
- das steile Urbankar (35°)
- der steile Anstieg auf den Ostgipfel des Kl. Mosermandl (40°)
- die steile Nordrinne auf das Gr. Mosermandl (45°)
- die sehr steile Abfahrt durch das direkte SW-Couloir des Windischkopf (45°, kurze Passage bis 50°)
Bei eisigen Verhältnissen in der Nordrinne sind Steigeisen und eventuell ein Pickel sicherlich kein großer Luxus...
Große Vorsicht ist in der Westrinne des Windischkopf geboten, diese sollte wirklich nur bei besten Verhältnissen und günstiger Lawinenprognose angegangen werden. Je nach Schneelage muss ein kurzes Stück - über eine Steilstufe - abgeklettert werden!
Weitere Infos und Links
Am Windischkopf gibt es noch eine zweite lohnende Westrinne als Alternative, siehe:
https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/das-faulkogel-syndrom/802168508/
Eine lohnende Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit ist der Kirchenwirt in Zederhaus.
Der Wirt, Peter Gruber, organisiert für Hausgäste & auf Anfrage, Shuttle-Dienste zu den diversen Skitouren-Ausgangspunkten in der Umgebung.
Wegbeschreibung
Öffentliche Verkehrsmittel
mit Bahn und Bus erreichbar
Mit dem Bus - von Salzburg oder St.Michael im Lungau - bis Zederhaus (Ortsmitte). Fahrpläne unter www.oebb.at ersichtlich!
Von dort per Taxi zum Ortsteil Wald.
Anfahrt
Via Salzburg: Tauernautobahn A10, Ausfahrt Zederhaus - gleich nach der Autobahnabfahrt auf die schmale Nebenstraße abbiegen.
Hinweistafel: Naturpark Riedingtal
Auf dieser Straße 5 km nach Nordwesten - immer parallel zur Autobahn, bis zum großen Parkplatz in Wald. Dies ist auch das Ende der Fahrmöglichkeit.
Via Kärnten: Tauernautobahn A10, Ausfahrt St. Michael - nach der Autobahnausfahrt wiederum parallel zur A10 auf der L212 bis nach Zederhaus. Hier weiter bis zum großen Parkplatz in Wald.
Koordinaten
Kartentipps für die Region
Ausrüstung
Normale Skitourenausrüstung plus Pieps, Schaufel und Sonde. Harscheisen sind obligatorisch!
Es empfiehlt sich auch die Mitnahme von Leichtsteigeisen und eventuell ein Pickel für die Nordrinne des Gr. Mosermandl!
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

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